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Im richtigen Moment bei Mitsubishi zugeschlagen?: Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn. Bild: Renault-Nissan

Wie gemeldet übernimmt Nissan 34 Prozent an Mitsubishi und legt dafür umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro auf den Tisch. Inzwischen liegen weitere Details zum Prozedere vor. So soll bis 25. Mai  eine finale Übereinkunft über die künftige Zusammenarbeit vorliegen. Dabei geht es vor allem um die Besetzung von Schlüsselpositionen. So kann Nissan vier Kandidaten für den Aufsichtsrat benennen, inklusive dem Vorsitzenden des Kontrollgremiums.

 

 Mit dem Kauf von 34 Prozent der Anteile wird Nissan größter Anteilseigener bei Mitsubishi. Die japanischen Autobauer haben seit 2011 eine Entwicklungs- und Produktionspartnerschaft im Bereich der in Japan populären Minibusse.

Obwohl noch völlig unklar ist, welche Konsequenzen auf Mitsubishi durch flächendeckende Manipulation von Abgaswerten zukommen, sehen führenden Analysten im Einstieg Nissans einen strategisch cleveren Schachzug von Carlos Ghosn. Gemessen am Einfluss, den Nissan gewinne, bewege sich der Preis von knapp 1,9 Milliarden Euro auf Schnäppchenniveau, meint Paul Newton, Director World Markt Analyses bei IHS Automotive. Zumal wenn man bedenke, dass man sich mit dem 34 Prozent-Anteil unter der Haftungsschwelle bei finanziellen Forderungen durch die Abgasmanipulationen bewege.

Auf der Produkt- und Technologieseite stelle die Plug-in-Expertise von Mitsubishi eine vielversprechende Ergänzung zur Elektro-Technologie von Renault-Nissan dar. Ghosn hatte bei Renault-Nissan in der Vergangenheit einen starken Fokus auf rein elektrische Mobilität gelegt und Plug-in-Hybride eher vernachlässigt.  Als weiterer wichtiger Punkt wird das SUV-Know-how von Mitsubishi genannt.

Shweta Surender von Frost & Sullivan streicht indes heraus, dass Nissan durch die Partnerschaft seine Präsenz in Südostasien, explizit in Thailand und den Philippen deutlich erhöhen könnte.