Hans Dieter Pötsch

Die Berufung eine VW-Insiders wie Hans Dieter Pötsch an die Spitze des VW-Aufsichtsrats lässt nach Einschätzung von Moody’s Zweifel aufkommen, wie ernst es dem Autobauer mit der Reform der Unternehmenskultur ist. Bild: VW

Schlechte Noten erhält die Europas größter Autobauer in einer neuen Anaylse mit Blick auf die Grundsätze der Unternehmensführung, die bei VW gepflegt werden. So habe der Skandal um manipulierte Abgaswerte ein Schlaglicht auf die ernsthaften Probleme geworfen, die die Wolfsburger im Bereich Corporate Governance haben. Kritisiert wird dabei das vor allem das Fehlen unabhängiger Köpfe im Management und im Aufsichtsrat. Dies führe zu einem uneffektiven internen Kontrollsystem und Schwächen im Risikomanagement.

Zwar werden die Änderungen im Management nach Platzen des Abgas-Skandals als positiv bezeichnet, dass aber mit Ex-Porsche-Chef Matthias Müller und dem einstigen Finanzchef Hans Dieter Pötsch nun zwei Insider des VW-Systems in die Top-Positionen gerückt seien, lasse befürchten, dass es nicht zu dem drastischen Wandel in der Unternehmenskultur komme, den Investoren angesichts des enormen Ausmaßes der Krise erwarten. Insbesondere verweist Moody’s auf den Mangel an unabhängigen Köpfen im Aufsichtsrat. Diese werfe auch Fragen über die Objektivität der internen Untersuchung zur Abgas-Affäre auf.

Bereits am 20. Oktober hatte Moddy’s eine ausführliche Einschätzung zu den Auswirkungen des Abgas-Skandals für VW abgegeben. Dabei hatte die Ratingagentur festgestellt, dass die Affäre die Bonitätseinstufung von Volkswagen bis in das Jahr 2017 hinein belasten könnten.

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fv