Johanna Quandt im Jahr 2009, als sie in Wiesbaden das große Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt.

Johanna Quandt im Jahr 2009, als sie in Wiesbaden das große Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt. – Bild: dpa

Einem BMW-Sprecher zufolge liegt der Gesamtanteil der Familie unverändert bei 46,8 Prozent der Stimmrechte. Auf dem Papier werden die Stimmen der Mutter den beiden Kindern jeweils voll zugerechnet. Stefan Quandt kommt dadurch auf einen Stimmrechtsanteil von 34,19 Prozent, Susanne Klatten auf 29,3 Prozent. Faktisch bleibt der Stimmrechtsanteil der Familie dem BMW-Sprecher zufolge aber gleich. Auch der Anteil des sogenannten Streubesitzes bleibe unverändert.

Der Anteil von Stefan Quandt am BMW-Konzern ist jetzt so hoch, dass das Wertpapiergesetz ihn im Normalfall dazu zwingen würde, ein Übernahmeangebot für das gesamte Unternehmen abzugeben. Quandt plant das allerdings nicht und will erreichen, dass die Finanzaufsicht ihn von dieser Pflicht entbindet. Dies ist laut Gesetz möglich, da er die kritische Schwelle für ein Pflichtangebot durch das Erbe überschritten und die Anteile nicht selbst erworben hat. “Wir haben bereits am Montag einen Antrag bei der Bafin gestellt, dass der Erbfall Herrn Quandt von der Verpflichtung befreit, ein Übernahmeangebot abgeben zu müssen”, sagte ein Sprecher der Familie Quandt auf Anfrage.

Johanna Quandt hatte schon in den Jahren 2003 bis 2008 den größten Teil ihres BMW-Aktienpakets von 16,8 Prozent steuerbegünstigt an ihre beiden Kinder übertragen, aber die Stimmrechte behalten.

Alle Beiträge zum Stichwort BMW

gp / Quelle: dpa-AFX