Eckhart von Klaeden

Eckhart von Klaeden soll über einen Milliardendeal zwischen Daimler und dem Bund bestens informiert gewesen sein. - Bild: CDU

Daimler wies am Sonntag einen “Spiegel”-Bericht zurück, wonach der zum Autokonzern gewechselte von Klaeden möglicherweise in den Verkauf von EADS-Anteilen des Unternehmens an den Bund involviert war.

Klaeden steht wegen seines direkten Wechsels vom Kanzleramt zu dem Konzern seit längerem in der Kritik. Die Berliner Staatsanwaltschaft nahm bereits Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme auf.

Von Klaeden sei “an den gesamten Gesprächen mit der Bundesregierung” zur Verringerung der Daimler-Anteile an dem Rüstungs- und Flugzeugbauer EADS zu keinem Zeitpunkt beteiligt gewesen, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. “Es gab seitens der Daimler AG auch keine Versuche, dazu direkt oder indirekt mit Eckart von Klaeden Kontakt aufzunehmen.”

Der “Spiegel” berichtet, dass sich von Klaeden in den Jahren 2009 bis 2012 insgesamt 25 Mal mit dem Goldman-Sachs-Banker Christoph Brand. Goldman Sachs war in dieser Zeit als sogenannter Joint Bookrunner von Daimler beauftragt, dessen Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADSzu veräußern.

Im Dezember 2012 kaufte die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die EADS-Anteile von Daimler und einem Konsortium für insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro.

Klaeden war seit Oktober 2009 Staatsminister im Kanzleramt. Dabei bekam er auch interne Vorlagen zu Umweltauflagen für Autos zu sehen. Bereits im Mai hatte er angekündigt, auf den Führungsposten bei Daimler zu wechseln. Die Opposition sah einen Interessenkonflikt und warf Klaeden vor, sich im Kanzleramt für die Interessen der Automobilindustrie eingesetzt zu haben. Klaeden, die Bundesregierung und Daimler wiesen die Kritik stets zurück. Ungeachtet dessen hat die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme aufgenommen.

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dpa/Guido Kruschke