VW Werk Chattanooga

Laut Gerüchten aus den USA erwägt VW, seine Dieselmodelle dort vom Markt zu nehmen. Bild: Volkswagen

Das Gerücht kam über einen Beitrag der Nachrichtenagentur Reuters auf. In diesem geht es in erster Linie darum, dass VW die in Nordamerika vorgesehene Reorganisation vorerst ad acta gelegt habe. Auch werde sich der Autokonzern bis zur Klärung des Abgasskandals und dessen finanziellen Folgen nicht zur künftigen US-Strategie äußern, so die Nachrichtenagentur unter Hinweis auf Unternehmenskreise. Dabei wird anonym ein Manager mit der Aussage zitiert, dass man vor weiter gehenden strukturellen Planungen sich darauf konzentrieren müsse, die Folgen des Abgas-Desasters zu klären und aufzuarbeiten.

Trifft der Bericht zu, dürfte der ursprünglich Ex-Skoda-Chef Winfried Vahland zugedachte Posten als Konzern-Statthalter für Nordamerika und Mexiko noch für längere Zeit vakant bleiben. Vahland hat den Job nicht angetreten und stattdessen den Konzern nach 25 Jahren verlassen. Grund soll gewesen sein, dass der Macher der Skoda-Erfolgsstory sich hierarchisch nicht unter VW-Markenchef Diess habe einreihen wollte.

Im Zusammenhang mit dem Report über eine mögliche Aufschiebung der Nordamerika-Neuorganisation wird weiter darüber spekuliert, dass VW möglicherweise seine Dieselmodelle komplett vom US-Markt nehmen könnte. Dies hänge davon von kommenden Strafzahlungen ab und davon, ob es im Gefolge des Abgas-Skandals zu deutlich stärkeren regulatorischen Eingriffen seitens der US-Behörde komme. Auch bei diesen Aussagen bezieht sich die Nachrichtenagentur ohne Namensnennung auf Unternehmenskreise.

Von AUTOMOBIL PRODUKTION zu den Gerüchten befragt, betonte ein VW-Sprecher in Wolfsburg, dass die USA ein sehr wichtiger Markt auch für die Marke VW bleiben. Man stehe zum Standort und zum Werk in Chattanooga. Nachdrücklichster Beweis hierfür sei, dass das 900-Millionen-Investment in das Werk, das für den Bau des Midsize-SUV derzeit erweitert wird, ohne Abstriche weiter laufe.

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Frank Volk