Infiniti EX

Die Edelmarke Infiniti will sich nicht mit dem Nischendasein abfinden und drängt nun mit Macht auf dem Weltmarkt. - Bild: Infiniti

Das berichtet das “Handelsblatt” am Dienstag. Infiniti werde hierzulande erst seit anderthalb Jahren verkauft und sei noch wenig bekannt, dennoch sehe man große Potenziale, sagte Infiniti-Sprecher Alexander Sellei der dpa. “Wir haben unsere ursprünglich zur Markteinführung 2008 aufgesetzten Planungen grundlegend geändert.” Die Nissan-Tochter werde ihre Ausbaupläne stark forcieren und von aktuell fünf auf 40 Händler aufstocken. Geplant seien in den kommenden Jahren zwei neue Kompaktmodelle, eine Runderneuerung für die bestehenden G-Modelle und eine “Fülle von Antrieben” vom reinen Elektromotor über einen neuen Vier-Zylinder-Motor.

Dabei setzt Nissan bei Infiniti auf ein weit offensiveres Marketing als bisher. Auf der Automobilausstellung IAA in Frankfurt verzichtet die Konzernmutter zugunsten der Premium-Marke auf einen eigenen Auftritt. Der Fokus soll einzig und allein auf Infiniti liegen, die mit einem großen Stand erstmals Flagge zeigen wollen.

Carlos Ghosn

Carlos Ghosn: "Bis März 2017 sollen sich die Infiniti-Verkaufszahlen weltweit auf eine halbe Million Einheiten verdreifacht haben." - Bild: Renault

Es soll nicht nur bei Deutschland bleiben

Doch Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hat große Pläne für Infiniti, wie er jüngst laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg in Peking ankündigte. Bis März 2017 sollen sich demnach die Infiniti-Verkaufszahlen weltweit auf eine halbe Million Einheiten verdreifacht haben. Sollten Pläne des obersten Lenkers aufgehen, würde die Premiummarke mit zehn Prozent Marktanteil zur Konkurrenz aufschließen können.

Allerdings stellte Renault klar, dass sich die Franzosen „definitiv nicht vom Premiummarkt zugunsten von Infiniti zurückziehen“ werden. „Derzeit decken wir das Feld mit dem neuen Renault Latitude ab“, fügte er an.

Auch in China will man angreifen. Dort oll sich Infinitis Marktanteil binnen fünf Jahren vervierfacht haben und bis 2016 auf mindestens acht Prozent klettern.

Müssen sich andere Premiumautobauer warm anziehen?

Bislang kommt Infiniti in China gerade mal auf zwei Prozent Marktanteil. Hier haben andere Luxusmarken die Nase deutlich vorne. Audi hat 34 Prozent, Toyotas Premiummarke Lexus immerhin noch acht Prozent des Markts inne. Doch Carlos Ghosn will seine Strategie unbeirrt weiter verfolgen.

Die Prognosen für den Gesamtmarkt von Luxus- und Premiumautos sehen gut aus. Laut einer Studie des CAR-Centers für Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen wächst das Segment in Zukunft mehr als doppelt so stark wie der Markt für Volumenmodelle.

Zweifel sind angebracht

Obwohl Die Prognosen für den Gesamtmarkt von Luxus- und Premiumautos gut aussehen, haben Autoexperten so ihre Zweifel an den Ghosn-Plänen. “Ich glaube nicht an die 20.000 Einheiten”, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center in Duisburg und und verweist auf den seit Jahren schrumpfenden Absatz von Lexus in Deutschland. Tzudem seien die Volumina von Infiniti im Vergleich zu Branchengrößen wie Audi viel zu gering.

Auch bei den neuen Modellen ist Dudenhöffer skeptisch, da sie sich zu wenig von dem Angebot der Konkurrenz unterschieden. “Ich kann mir kaum vorstellen, wie das ein profitables Geschäft werden soll.”

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Handelsblatt/dpa/Guido Kruschke