Nissan beim Aufladen

Nissan verkauft sein Batteriegeschäft - dem Vernehmen nach erzielt die Sparte einen Kaufpreis von rund einer Milliarde Dollar. Bild: Nissan

| von Andreas Karius

Zuerst werde Nissan die Batteriesparte vom bisherigen Partner NEC komplett übernehmen und dann an die Beteiligungsgesellschaft GSR Capital verkaufen, teilte das Unternehmen am Dienstag (8. August) in Yokohama mit. Finanzielle Details gab Nissan nicht bekannt. Aus Kreisen verlautete ein Kaufpreis von umgerechnet rund einer Milliarde US-Dollar (850 Mio Euro), wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Eingeweihten berichtete.

Der japanische Elektronikkonzern NEC verbucht aus dem Verkauf von 49 Prozent seiner Anteile an dem 2007 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen mit Nissan einen operativen Gewinn von rund 10 Milliarden japanischen Yen (76 Mio Euro). Zu der verkauften Sparte zählen auch Produktionsstätten in den USA und Großbritannien sowie Entwicklungsstandorte in Japan. Bis Ende des Jahres soll der Deal nach der Zustimmung von Kartellbehörden abgeschlossen werden.

In der Autoindustrie stellt sich für die Autobauer die Frage, ob sie Batterien - und insbesondere deren Zellen - für künftige E-Autos selbst entwickeln und produzieren wollen. Die größten Hersteller von Elektrobatterien sitzen in Asien, insbesondere in China ist die Aufbruchstimmung bei Elektroantrieben groß. Die großen deutschen Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen haben schon oder planen derzeit Batteriefertigungen in der Nähe ihrer Produktionsstätten - der Transport der schweren Akkus aus anderen Weltregionen gilt als teuer.