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Noch sitzt Ghosn bei Renault am Steuer: Ghosn, der bei Renault vorerst weiter als Vorstandschef fungiert, war am 19. November 2018 festgenommen und am Donnerstag (22. November) von Nissan entlassen worden. Derweil dürfte auch Mitsubishi Motors Ghosn bei einer am Montag (26. November 2018) geplanten Vorstandssitzung als Chef feuern. Bild: Renault-Nissan-Mitsubish

Nach der Festnahme und Entlassung des Top-Managers Carlos Ghosn will der japanische Autobauer Nissan angeblich die Allianz mit dem französischen Konzern Renault auf den Prüfstand stellen. Dies habe Nissan-Chef Hiroto Saikawa angedeutet, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle. Die Allianz mit den Franzosen, zu der auch der Hersteller Mitsubishi gehört, sei «nicht ebenbürtig», soll Saikawa bei einem Treffen mit Beschäftigten gesagt haben.

Ghosn, der bei Renault vorerst weiter als Vorstandschef fungiert, war am 19. November festgenommen und am vergangenen Donnerstag von Nissan entlassen worden. Internen Ermittlungen zufolge sollen er und ein weiterer ebenfalls festgenommener Manager Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Japanische Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Milliarden Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben.

Ghosn soll die Vorwürfe nach unbestätigten japanischen Medienberichten zurückgewiesen haben. Nach japanischem Strafrecht kann er bis zu drei Wochen lang ohne Prozess festgehalten werden. Unterdessen meldete die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei am Montag (26. November 2018) ohne Quellenangabe, Ghosn habe über acht Jahre hinweg eine arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung von rund 8 Mrd Yen nicht angegeben. Bei dieser sogenannten ‚deferred compensation’ verzichtet ein Arbeitnehmer auf einen Teil des Gehalts zugunsten einer Altersvorsorgezusage. In Ghosns Fall soll es sich um rund 1 Mrd Yen pro Jahr gehandelt haben. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hätte er dies in Berichten an die Börse angeben müssen, hieß es.

Derweil dürfte auch Mitsubishi Motors Ghosn bei einer am Montag (26. November 2018) geplanten Vorstandssitzung als Chef feuern, berichteten japanische Medien weiter. Die von Ghosn geschmiedete Dreier-Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi bevorteile nach Ansicht der japanischen Seite die Franzosen, obwohl Nissan in den jüngsten Jahren rund 50 % zum Nettoeinkommen von Renault beigesteuert habe, so Kyodo weiter. Renault ist zu 43,4 % an Nissan und zu 34 % an Mitsubishi beteiligt. Nissan wiederrum hält einen Anteil von 15 % an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte.