VW China breit

Auto-Boomland China: Analysten und Branchenverbände gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend für den Gesamtmarkt in den Schlussmonaten des Jahres fortsetzt. - Bild: dpa

Der Gesamtabsatz von Pkw wie Kompaktwagen, SUVs, Limousinen kletterte im Oktober um knapp ein Viertel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge, wie der chinesische Branchenverband mitteilte. Das war das höchste Niveau seit Januar. Kumuliert betrug das Wachstum von Januar bis Oktober 15 Prozent auf 14,46 Millionen Fahrzeuge.

Deutsche Premiumautobauer können richtig zulegen

China ist vor allem für die deutschen Premiumhersteller ein lukratives Pflaster. So konnten sowohl BMW als auch Audi im Zeitraum von Januar bis Oktober in dem Land ein Wachstum von jeweils rund 20 Prozent aufweisen. Schwächer fiel mit einem Plus von acht Prozent dagegen der Zuwachs bei der Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz aus.

Analysten und Branchenverbände gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend für den Gesamtmarkt in den Schlussmonaten des Jahres fortsetzt und das Wachstum auf jeden Fall zehn Prozent übertrifft. Das wäre zwar erheblich weniger als die deutlich zweistelligen Wachstumsraten aus dem vergangenen Jahrzehnt, aber das höchste Niveau seit 2010.

“Die Hersteller bringen neue Modelle immer schneller an den Start, um die starke Nachfrage zu bedienen”, sagte Yale Zhang, Analyst von der Beratungsfirma Automotive Foresight. Die Joint Ventures, die heimische Firmen mit den globalen Konzernen betreiben, sorgten sich eher um zu geringe denn um zu hohe Produktionskapazitäten.

Einige Hersteller legten zuletzt überproportional zu, weil sie ihre bislang mäßige Präsenz mit Macht auszubauen versuchen und mehr Modelle in den Markt drücken. So steigerte Ford vor allem dank seiner SUV-Modelle gemeinsam mit seinen Partnern den Absatz in den ersten zehn Monaten um 52 Prozent. Das französisch-chinesische Joint Venture Dongfeng Peugeot Citroen Automobile kam auf ein Plus von 26 Prozent.

Japanische Autobauer steigern Marktanteil

Auch die japanischen Autobauer erholen sich allmählich von den Folgen des Territorialstreits zwischen Peking und Tokio, der zu diplomatischen Verwerfungen und Kaufzurückhaltung der Chinesen bei japanischen Produkten geführt hatte. Allerdings konnten sie bislang nicht die Niveaus aus der Zeit vor dem Disput erreichen.

Der Marktanteil der Japaner stieg im Oktober auf 17 Prozent nach 7,6 Prozent im Vorjahr. Vor dem diplomatischen Zwist haben die Japaner in China rund 20 Prozent aller Autos verkauft. Hondas Absatz stieg auf mehr als das dreifache, Nissans auf mehr als das Doppelte. Toyota und Partner verkauften im zurückliegenden Monat 81 Prozent mehr.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke