Opel_Betriebsratschef_Schaefer-Klug

Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug: wilder verbaler Ausritt gegen GM, Autoexperte Dudenhöffer - aber nicht gegen PSA. Bild: Opel

In der Vergangenheit ist Wolfgang Schäfer-Klug vor allem dadurch aufgefallen, dass er nicht aufgefallen ist und sich auch in heiklen Situation eher in diplomatischer Zurückhaltung geübt hat. Damit scheint es im Vorfeld der für Freitag anberaumten Betriebsversammlung bei Opel endgültig vorbei zu sein. Erst hatte er sich am Freitag (24. März) in einem Brief an die Mitarbeiter das Management von GM und PSA zur Brust genommen und gefordert,  im Vorfeld des Opel-Verkaufs versprochene Garantien gerichtsfest zu machen. Für den Fall dass dies nicht geschehe, drohte der Opel-Betriebsratschef mehr oder weniger deutlich mit Streik.

Eingebettet ist das Schreiben vom 24.März  in einen wüsten verbalen Ausritt gegen den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer. Der Chef des an der Universität Duisburg-Essen angesiedelten CAR-Instituts hatte sich früh in die Diskussion um die möglichen Folgen eines Verkaufs von Opel an PSA eingebracht und den Abbau von bis zu 6.500 Stellen prognostiziert. Schäfer-Klug wirft Dudenhöffer vor, sein Geschäft auf dem Rücken der Opelaner zu machen und dass er sich dafür durch dümmliches Geschwätz in die Schlagzeilen bringe. Schäfer-Klug schreibt wörtlich: „Wer in dieser Situation die Gerüchteküche anheizt und Unwahrheiten und Gerüchte verbreitet, muss sich fragen lassen, in wessen Interesse er das tut.“  

Der wilden Attacke vom 24. März folgte nun eine Klarstellung Schäfer-Klugs am Dienstag (28. März). In dieser spielt dann Dudenhöffer keine Rolle mehr, dafür GM eine umso größere. Entgegen der „Darstellung in einigen Medien“ habe sich seine Kritik nicht an die PSA gerichtet, sondern an das Management von General Motors, das „noch immer die Verantwortung für Opel/Vauxhall trägt“.  Allerdings habe er erhebliche Zweifel, dass bei GM der Wille da ist, dass die auch gegenüber der Arbeitnehmervertretung gemachten Zusagen gerichtsfest umgesetzt werden. Während die Führung des US-Konzerns so ihr Fett weg kriegt („aus meiner Sicht wird das positive Image von GM, das Dan Akerson und Steve Girsky in Europa gegenüber der Belegschaft  … aufgebaut haben, durch die derzeitige Führung gefährdert), geht der Betriebsratschef gegenüber der künftigen Mutter PSA auf Schmusekurs.

Der attackierte Ferdinand Dudenhöffer gibt sich unterdessen gelassen und wertet die Angriffe Schäfer-Klugs als „Verzweiflungstat“ eines unter Druck stehenden Arbeitnehmervertreters.