Karl-Thomas Neumann Opel

Karl-Thomas Neumann: "Es macht nicht den geringsten Sinn, sich jetzt mit Verve in ein chinesisches Abenteuer zu stürzen." - Bild: GM

“… ein Markteintritt in großem Stil wäre enorm aufwendig und teuer. Zu teuer”, sagte der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann dem “Manager Magazin” (Freitag).

Auch eine Produktion in China lehnt Neumann ab. Schließlich sei die Opel-Mutter General Motors der größte Fahrzeughersteller in China, ein Teil der GM-Fahrzeuge basiere auf Opel-Modellen, sagte Neumann: “Die kann ich schlecht genauso, nur mit einem anderen Namen, noch einmal auf den Markt bringen.” Aktuell exportiere Opel pro Jahr zwischen 4.000 und 5.000 Autos nach China.

Kein chinesisches Abenteuer

Damit setzt Neumann, der den Vorstandsvorsitz bei Opel im März übernahm und zuvor das China-Geschäft bei Volkswagen verantwortete, die Linie des Autobauers fort. Sein Vorgänger, Opel-Strategiechef Thomas Sedran, hatte im vergangenen Jahr erklärt: “Autos in Preissegmenten, in denen wir zu Hause sind, lassen sich nur sehr schwer in diese weit entfernten Märkte exportieren.” Um in China erfolgreich zu sein, müsse Opel ein Werk bauen und zusätzlich Hunderte von Millionen in Werbung investieren.

Aus Neumanns Sicht macht es jedoch “nicht den geringsten Sinn, sich jetzt mit Verve in ein chinesisches Abenteuer zu stürzen”. Opel fährt seit Jahren hohe Verluste ein, deshalb werden immer wieder Stimmen laut, Opel solle sich stärker in China engagieren.

Neumann steht unter Erfolgsdruck

Es werde für GM nicht einfach, in Europa wie geplant 2015 oder 2016 wieder Geld zu verdienen, sagte Neumann dem Magazin. Auch er selbst habe sich mit dieser Zielsetzung unter starken Druck gesetzt: “Wenn ich das hier nicht hinbekomme, werde ich wohl nicht mehr so viele Anrufe aus der Branche bekommen.”

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dpa/Guido Kruschke