Neumann Opel breit

Karl-Thomas Neumann sieht Opel auf guten Weg und will Ford als zweitgrößte Marke in Europa ablösen - allerdings erst 2022. Bild: GM

Um zur Nummer 2 zu werden, muss Opel nach heutigem Stand den Marktanteil von 5,8 Prozent im April 2014 auf acht Prozent im Jahr 2022 erhöhen. Derzeit ist Ford nach VW die Nummer zwei in Europa.

In Deutschland peilt Neumann zehn Prozent Marktanteil an – nach zuletzt 7,7 Prozent im Mai. “Wir glauben, dass wir absolut auf dem Weg sind, das zu erreichen.” Sollte dies gelingen, werde Opel nachhaltig eine operative Gewinnmarge von 5 Prozent erwirtschaften, betonte Neumann. Wirkluich neu ist die Zielsetzung allerdings nicht. Schon kurz nach seinem Amtsantritt hatte sich Neumann in ähnlicher Weise geäußert.

Das Erreichen der Gewinnschwelle spätestens 2016 sei damit nur ein erster Schritt der Zehn-Jahres-Strategie “Drive!2022″, erklärte der frühere VW-Manager: “Wir sind überzeugt, dass wir unser Etappenziel erreichen werden.”

Dabei helfe auch eine deutliche Kostensenkung, etwa durch das Aus der Autofertigung in Bochum zum Jahresende, durch einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer oder durch globale Plattformen im Verbund mit der US-Mutter General Motors (GM).

27 neue Modelle und 17 neue Motoren

Gleichzeitig kündigte Neumann für den Zeitraum von 2014 bis 2018 insgesamt 27 neue Modelle und 17 neue Motoren an. Einige Modelle seien komplett überarbeitete, neue Generationen wie der Corsa, der noch 2014 auf den Markt kommt, oder die Nachfolger des Zafira und des Meriva, die in Zukunft anders aussehen werden: Statt im Segment Familienvan wie ihre Vorgänger sollen sie im Crossover-Bereich angesiedelt werden.

Zudem will Opel komplett neue Modelle einführen, deutete Neumann an: “Unter dem Adam kann ich mir sehr gut ein Auto vorstellen, insbesondere nach dem Ausstieg von Chevrolet, die sehr kleine und preisgünstige Autos haben.”

Zunächst wird die Bochumer Werksschließung und die damit verbundene Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim aber die Bilanz in diesem Jahr belasten. Dem Vernehmen nach fallen Kosten von deutlich über einer halben Milliarde Euro an.

Im vergangenen Jahr war der operative Verlust des GM-Europageschäfts um mehr als die Hälfte auf 844 Millionen Dollar (623 Mio Euro) gesunken. Dennoch sei das Jahr 2014 ein entscheidendes Jahr, betonte Neumann, der trotz der Krisen auf den für Opel wichtigen Märkten Russland und Türkei optimistisch bleibt: “Wir wollen wachsen und Marktanteile gewinnen.”

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dpa/fv