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Seit 1999 hat die Marke mit dem Blitz in Detroit keinen positiven Beitrag mehr abgeliefert. Ist die Geduld der Amerikaner nun am Ende? Bild: Opel

Aus Paris hat am Dienstag (14. Februar) die Nachricht überrascht, dass der Konkurrent und Kooperationspartner PSA Peugeot Citroën über eine Opel-Übernahme mit GM verhandelt.

Opel ist bereits seit 1929 fester Bestandteil des US-Konzerns und bildet mit der britischen Schwestermarke Vauxhall dessen Europasparte, die im vergangenen Jahr 1,16 Millionen Autos verkauft hat. Zuletzt hatte es 2009 nach Scheidung ausgesehen, als GM in der Finanz- und Wirtschaftskrise selbst ins Schlingern geraten war und schließlich von der US-Regierung mit Milliarden-Spritzen gerettet werden musste. Opelaner, IG Metall und Politik hatten sich bereits so weit von der Konzernmutter entfremdet, dass sie eine Übernahme durch den Zulieferer Magna für die bessere Option hielten.

Doch die Amerikaner nahmen die Zügel in letzter Sekunde wieder selbst in die Hand, schlossen gegen scharfe Proteste die Werke in Antwerpen und Bochum, investierten an den anderen Standorten Milliardensummen. Unter anderem in das Entwicklungszentrum am Stammsitz Rüsselsheim, das mit seinen fast 8000 Ingenieuren stets als technologieführend im Konzern gepriesen wurde.

Zum Sanierungsplan gehörte auch eine engere Zusammenarbeit mit PSA, mit denen man erst vier, dann noch drei Modelle gemeinsam bauen und entwickeln wollte. Die ersten Autos rollen gerade von den Bändern in den spanischen Städten Saragossa und Vigo sowie im französischen Sochaux. Allzu gedeihlich entwickelte sich die Partnerschaft aber wohl nicht, denn zum Jahreswechsel 2013/2014 stieg GM als PSA-Aktionär wieder aus. Die Synergien seien zudem nicht so hoch wie erwartet ausgefallen wie erwartet, war zu damals zu hören. Statt jährlich 2 Milliarden Dollar Einsparungen seien nur 1,2 Milliarden Dollar erreichbar.

Was beständig ausblieb, waren Gewinne. Seit 1999 hat Opel in Detroit keinen positiven Beitrag mehr abgeliefert. Auch 2016 verpasste Opel-Chef Karl Thomas Neumann die schwarze Null, machte den Brexit und das scharf abwertende britische Pfund für den nächsten Verlust von diesmal 241 Millionen Euro verantwortlich. Denkbar, dass die GM-Bosse trotz positiver Entwicklungen nicht mehr an das Europageschäft glauben.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht PSA-Chef Carlo Tavares als treibende Kraft hinter den Übernahmeplänen. Er habe bei Renault-Nissan eine erfolgreiche Fusion erlebt und wolle nun zusätzliche Skaleneffekte mit Opel/Vauxhall realisieren. PSA würde vor allem auf dem hart umkämpften Markt Europa an Größe gewinnen. Derzeit sind die Franzosen die Nummer drei - hinter dem VW-Konzern, der trotz Dieselskandal unangefochtener Branchenprimus in Europa ist. Nummer zwei ist, ganz knapp vor PSA, derzeit der französische Erzrivale Renault. Opel und Vauxhall folgen auf Rang sechs.