Opel Produktion breit

Die Produktion läuft auf Hochtouren und die Absatzzahlen der vergangenen Monate sprechen eine deutlich positive Sprache - es läuft wieder rund bei Opel. - Bild: Opel

“Wir liegen ganz klar im Aufwärtstrend”, schrieben Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke und der Chef des Europa-Geschäfts von GM, Nick Reilly, am Donnerstag in einem Brief an die Belegschaft, der Dow Jones Newswires vorliegt.

Rohstoffpreise und Konkurrenz sorgen für Gegenwind

Grund zu überschwänglicher Euphorie sehen die Manager aber nicht: “Dessen ungeachtet gibt es weiteren Gegenwind und Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen: Genannt seien hier die stetig steigenden Kosten für Rohstoffe, insbesondere für Stahl, wobei Preisanpassungen in einem von Überkapazitäten und harter Konkurrenz geprägten Markt schwierig sind.” Auch die Schwäche des britischen Pfunds und der türkischen Lira machten dem Unternehmen zu schaffen.

“Unterm Strich haben wir also noch einen langen Weg vor uns in Richtung nachhaltiger Profitabilität, obwohl wir uns derzeit im Korridor unserer Geschäftsvorgaben befinden und bei der Umsetzung unseres Businessplans gute Fortschritte erzielen”, ließen Stracke und Reilly die Mitarbeiter wissen.

Konzernmutter GM kann deutlich zulegen

Vor Handelseröffnung in den USA legte die Opel-Mutter General Motors Rechenschaft über das zweite Quartal ab. Zwischen April und Juli profitierten die Detroiter unerwartet stark vom globalen Nachfrageaufschwung und steigerten die Finanzkennzahlen deutlich: Der operative Gewinn legte um die Hälfte auf drei Milliarden US-Dollar zu, das Nettoergebnis verdoppelte sich sogar auf 2,5 Milliarden US-Dollar.

Daniel Akerson

Dan Akerson: "Die Marke mit dem Blitz steht nicht zum Verkauf." - Bild: GM

Im Europa-Geschäft, wo seit dem Jahr 1999 inzwischen Verluste in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar aufgelaufen sind, schrieb GM – zumindest bereinigt um die Restrukturierungskosten – einen Gewinn von 102 Millionen US-Dollar Im Vorjahr war noch ein Minus von 160 Millionen US-Dollar angefallen. “Für Europa können wir mit Stolz auf das blicken, was wir erreicht haben”, schrieben Stracke und Reilly an die Belegschaft.

GM-CEO Akerson mit klaren Worten an die Konkurrenz

Opel hatte in den vergangenen Wochen und Monaten wieder mehr durch Spekulationen über die Zukunft des Unternehmens als durch Fortschritte bei der Sanierung von sich reden gemacht. Anfang Juni hatten einige Medien berichtet, die US-Mutter erwäge erneut den Verkauf der Rüsselsheimer Traditionsmarke. Nachdem sich GM zunächst nicht zu den Spekulationen äußerte und damit die Gerüchteküche zusätzlich anheizte, ließ sich Firmenchef Dan Akerson Ende Juli ein klares Bekenntnis zu Opel entlocken und sagte, die Marke mit dem Blitz stehe nicht zum Verkauf.

GM hatte Opel bereits 2009 abgeben wollen. Auf der Zielgeraden entschieden sich die Amerikaner dann aber überraschend dazu, das Unternehmen doch nicht an ein Konsortium um den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zu verkaufen, sondern in Eigenregie zu sanieren. Ab diesem Jahr sollen in Rüsselsheim – zumindest wenn man die Kosten der Sanierung herausrechnet – wieder schwarze Zahlen her, im kommenden Jahr erhofft man sich dann auskömmliche Gewinne.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke