Opel-Chef Nick Reilly ist zum Verdienen verdammt. (Bild: Opel)

Opel-Chef Nick Reilly ist zum Verdienen verdammt. (Bild: Opel)

Opel-Chef Nick Reilly ist zum Verdienen verdammt. Erste Anzeichen, ob dieses Vorhaben klappen kann, gibt es bereits.

Der traditionsreiche Automobilhersteller Opel hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einen Milliarden-Verlust geschrieben und will mit aller Macht zurück in die schwarzen Zahlen.

“Unsere Zielvorgabe bleibt in diesem Jahr, eine deutliche Ergebnisverbesserung zu erzielen und die Gewinnschwelle zu erreichen. Ab dem nächsten Jahr wollen wir dann wieder gute Gewinne erzielen. Deshalb unternehmen wir alles, um die Umsetzung unseres Restrukturierungs- und Wachstumsplans zu beschleunigen”, schrieb Opel-Chef Nick Reilly in einem Brief an die Mitarbeiter.

Mit Blick auf die 2010 erzielten Ergebnisse erklärte Reilly: “Unsere Entwicklung verläuft nach wie vor leicht besser als geplant”. Im vergangenen Jahr war Europa die einzige Region in der General Motors Verluste schrieb; insgesamt waren es 1,8 Milliarden US-Dollar. Die Bilanz verhagelte den Rüsselsheimern dabei die tiefgreifende Sanierung, mit der das Unternehmen sich für das anhaltend schwierige Marktumfeld in Europa wappnen will. Zuletzt hatte Reilly ein Minus von 1,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Verlust sank um ein Viertel auf 600 Millionen US-Dollar

“Die gestiegenen Verkaufszahlen Ende des vergangenen Jahres, die sich auch in höheren Marktanteilen widerspiegeln, haben sich Anfang dieses Jahres fortgesetzt”, schrieb Reilly. “Dieser erfreuliche Trend wirkte sich bereits auf das Ergebnis des vierten Quartals 2010 aus”. In den letzten drei Monaten des Vorjahres sank der Verlust um ein Viertel auf 600 Millionen US-Dollar. “Hauptursachen hierfür sind gestiegene Verkäufe insgesamt sowie eine Verschiebung zu hochwertigeren Modellen und profitableren Märkten”, erläuterte Reilly.

“Für das Jahr 2011 zeigen insbesondere unsere Kapazitätsanpassungen und Maßnahmen zur Kostensenkung, die wir im vergangenen Jahr angegangen sind, positive Wirkung”. Um die Kapazitäten von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall an die schwierigen Marktgegebenheiten anzupassen, baut Opel europaweit rund 8.000 von insgesamt etwa 48.000 Arbeitsplätzen ab; das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen.

2011 soll zumindest vor Restrukturierungskosten die Gewinnschwelle erreicht werden. Durch eine deutlich geringere Kostenbasis soll es anschließend für den Automobilhersteller weiter aufwärts gehen. Für 2013 peilt Opel früheren Angaben zufolge eine operative Marge von vier bis fünf Prozent an.

Die Opel-Muttergesellschaft GM veröffentlichte zuvor Konzernzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Amerikaner erzielten 2010 bei Einnahmen von knapp 137 Milliarden US-Dollar den ersten Jahresgewinn seit 2004 aus. Operativ verdiente GM 7 Mrd USD und unter dem Strich 4,7 Mrd USD – so viel wie seit 1999 nicht mehr.

Die Detroiter feierten Ende letzten Jahres nach durchlaufener Chapter-11-Insolvenz ein erfolgreiches Comeback an der Wall Street. Aus der Konzernzentrale in Detroit waren die Forderungen nach Fortschritten in Europa zuletzt zunehmend ungeduldiger geworden. Dem Vernehmen sollen die Restrukturierungsexperten von AlixPartners die eher schleppende Sanierung des Autoherstellers Opel beschleunigen.

Dow Jones Newswires