Susanna Webber, Opel

Susanna Webber soll als neue Russland-Chefin der Opel Group das Geschäft stabilisieren. Bild: Opel

Damit zieht der Autobauer, der seine Russland-Aktivitäten seit Januar von Rüsselsheim aus steuert und dort die Marken Opel, Chevrolet und Cadillac verantwortet, die Konsequenz aus einer zuletzt desaströsen Entwicklung. Alleine im August war der Absatz der drei Marken um 45 Prozent eingebrochen.

Wie der Autohersteller am Dienstag (16. September) mitteilte, ist mit der Produktionskürzung auch eine Änderung im Top-Management verbunden: Die Leitung des Russlandgeschäfts übernimmt mit sofortiger Wirkung die bisherige Gruppen-Einkaufschefin Susanna Webber. Sie folgt Andy Dunstan, der sich künftig um das dortige Sales- und Aftersales-Geschäft kümmern wird. Die biherige Position von Webber übernimmt Katherine Worthen. Mit ihrer Erfahrung soll Susanna Webber. “Russland war 2013 nach Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Markt für den Hersteller, betonte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. “Aktuell steckt dieser Markt in ernsten Turbulenzen.”

Schmerzhafte Folgen haben diese für die Belegschaft in St. Petersburg. Von den rund 2.000 Mitarbeitern dort müssen 500 gehen. Zuletzt hatte das Werk, in dem der Opel Astra und der Chevrolet Cruze gebaut werden, nur noch 16 Tage pro Monat produziert. Im Angesicht der politischen Krise war es auch für die Opel-Group schlecht in den ersten acht Monaten schlecht gelaufen. Unter dem Strich setzte es zwischen Januar und August ein Minus von 24,4 Prozent für die drei Marken, wobei Opel mit -19,4 Prozent etwas besser lag als Chevrolet und Cadillac. Ganz böse sah es allerdings im August mit einem Minus von 45 Prozent aus. 2013 hatte die Opel Group in Russland noch knapp 258.000 Autos verkauft, in den ersten acht Monaten waren es nur 125.000, davon knapp 43.000 mit dem Blitz am Kühlergrill. Die schwierige Lage spiegelt sich auch beim Marktanteil wieder. Hier rutschte die Opel Group in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahr von 9 auf 7,8 Prozent ab.

Angesichts der sehr schwachen Verfassung, werde man die Marktentwicklung in Russland sehr genau beobachten und die Expansionspläne anpassen, so Neumann weiter. Er betonte aber: “Wir stehen zu unseren angekündigten Investments in das Joint-Venture GM-AVTOVAZ, das gerade den Marktstart des neuen Chevrolet NIVA im Jahr 2016 vorbereitet. Neue Presswerke und Karosseriefertigungen sowie ein neues Logistik-Center sind Teil des Investments in der Region Samara.” Eines der Hauptziele ist es, die Lokalisierung der Zulieferer in Russland zu beschleunigen. Im Durchschnitt über alle Werke hinweg sollen zukünftig 60 Prozent aller Teile vor Ort eingekauft werden.

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Frank Volk