Opel-Chef Nick Reilly verstärkt sein Management-Team um eine weitere Person: Volker Hoff ist ab Februar neuer Vice President für Regierungsbeziehungen. Hoff berichtet an Reilly und wird Nachfolger von Tayce Wakefield, die in den Ruhestand tritt. Hoff ist seit 1991 Mitglied des Hessischen Landtags und war von 2006 bis 2009 Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes beim Bund.Neben seiner politischen Tätigkeit war und ist er Managing Partner bei verschiedenen Beratungsunternehmen und ein Mitglied des Beirats von EUTOP, einer Organisation, die die Interessen privater Unternehmen gegenüber den Institutionen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten vertritt. „Ich freue mich, dass die Führungsmannschaft von Opel durch einen so erfahrenen Mann wie Volker Hoff verstärkt wird”, sagte Reilly.

„Volker Hoff ist in Deutschland eine feste politische Größe. Er hat die Entwicklung bei Opel aufgrund seines Engagements im Hessischen Landtag und seiner Ministertätigkeit immer eng verfolgt. Wir freuen uns, ihn an Bord haben zu können”, fügte er hinzu.

Brisanz erhält die Personalie vor dem Hintergrund, dass Opel plant, einen neuen Staatskredit zu beantragen: In der kommenden Woche erhält der Autohersteller ein externes Gutachten über den Sanierungsplan für Opel. Das kündigte der neue Opel-Chef Nick Reilly am Dienstag vor Journalisten in Rüsselsheim an. Wird der Plan vom Wirtschaftsprüfer Warth & Klein als tragfähig eingestuft, wird Opel auf dieser Basis staatliche Hilfe bei der Bundesregierung beantragen. „Wir streben entweder eine Bürgschaft oder einen Kredit an”, sagte Reilly. Es soll um insgesamt bis zu 2,7 Milliarden Euro staatliche Hilfe gehen.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es, derzeit würden keinerlei Gespräche mit Opel geführt. Mit Befremden wird in Berlin zur Kenntnis genommen, dass Opel ein Gutachten zu einem Plan anfertigen lässt, der noch gar nicht ganz fertig sei. Doch gibt es eine Erklärung dafür: Opel braucht das Geld schon recht bald. „Unsere Liquidität reicht noch bis in das zweite Quartal hinein”, sagte Reilly. Danach werde es eng.