Kompakt-SUV Opel Mokka

Die angeschlagene GM-Tochter Opel befindet sich auf dem Weg der Besserung. Und der Weg in die Wachstumszone trägt bereits heute schon die deutliche Handschrift des neuen Opel-Chefs und Ex-Volkswagen-Managers Karl-Thomas Neumann. - Bild: GM

Im zweiten Quartal schrumpfte der Verlust des Rüsselsheimer Autohersteller in Europa um fast drei Viertel, obwohl die Verkaufszahlen wegen des schwierigen Umfelds auf dem alten Kontinent fielen.

Operativ verlor GM in Europa zwischen April und Juni nur noch 110 nach 394 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Die Sparanstrengungen im Europa-Geschäft des US-Autogiganten, das vornehmlich aus den Schwestermarken Opel und Vauxhall besteht, scheinen also Wirkung zu zeigen.

“Im abgelaufenen zweiten Quartal haben wir viel Wert auf die verbesserte Effizienz unserer internen Abläufe gelegt und dabei große Schritte … gemacht”, schrieb Finanzvorstand Michael Lohscheller in einem Brief an die Mitarbeiter. In vielen Bereichen habe es “beachtliche Fortschritte” gegeben. Das erkannte auch GM-Chef Dan Akerson in Detroit an.

Michael Lohscheller

Michael Lohscheller: "Trotz aller Erfolge der vergangenen drei Monate wissen wir alle, dass noch sehr viel harte Arbeit vor uns liegt." - Bild: GM

Rüsselsheimer können Europa-Marktanteil konstant halten

Auch wenn Opels Verkäufe im vergangenen Monat wieder stärker sanken als der europäische Gesamtmarkt, konnten die Rüsselsheimer im gesamten ersten Halbjahr ihren Marktanteil in Westeuropa als einzige der Top-Fünf-Marken konstant halten. In Gesamteuropa hat der GM-Konzern nach eigenen Angaben zum Ende des ersten Halbjahres einen Marktanteil von 8,5 Prozent.

“Mit Blick auf die schwierigen Marktbedingungen ist das ein weiteres positives Signal, dass unsere Anstrengungen Früchte tragen”, schrieb Lohscheller.

Produktoffensive trägt bereits erste Früchte

Die Marke mit dem Blitz befindet sich momentan in Phase des harten Sparens, hat aber auch eine große Produktoffensive gestartet: Mit dem Kompakt-SUV Mokka und dem Stadtflitzer Adam kamen jüngst zwei komplett neue Modelle auf dem Markt, die neue Kunden bringen sollen. Bis 2016 sollen 23 neue Autos eingeführt werden, wofür Opel mehrerer Milliarden in die Hand nimmt.

Bis Mitte der Dekade soll auch beim Ertrag die Wende geschafft sein. In einem ersten Schritt will der Autobauer im laufenden Jahr den Verlust eindämmen, der 2012 knapp 1,8 Milliarden Dollar erreicht hatte. Im ersten Halbjahr steht das Minus bei rund 285 Millionen Dollar und ist damit deutlich kleiner als in der ersten Hälfte von 2012.

Harter Weg zurück in die Erfolgsspur

Finanzchef Lohscheller bremste jedoch zu hohe Erwartungen: “Trotz aller Erfolge der vergangenen drei Monate wissen wir alle, dass noch sehr viel harte Arbeit vor uns liegt. Wir müssen konzentriert bleiben und dürfen bei unseren Bemühungen zur Reduzierung der Kosten nicht nachlassen. Wir müssen noch effizienter werden”, mahnte er.

Am Vortag hatte bereits Ford für das defizitäre Europageschäft Fortschritte vermeldet. Vor Steuern verlor GMs US-Erzrivale auf dem alten Kontinent im zweiten Quartal knapp 350 Millionen Dollar – und damit etwa 56 Million weniger als noch vergangenes Jahr. Für das Gesamtjahr rechnet Ford in Europa nun mit einem Minus von 1,8 Milliarden Dollar, nachdem zuvor ein Verlust zwei Milliarden befürchtet worden war.

Der Autobranche macht in Europa momentan schwierige Zeiten durch. Denn die Schuldenkrise lässt die Autokäufer einen weiten Bogen um die Autohäuser machen. Den Neuzulassungen droht der Rückfall auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre. Kaum ein Hersteller schreibt nach Einschätzung von Experten momentan schwarze Zahlen in Europa.

Alle Beiträge zu den Stichworten Opel General Motors Europa

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke