Auch im Stammwerk Rüsselsheim plant Opel einen Stellenabbau.

Auch im Stammwerk Rüsselsheim plant Opel im Zuge der Fusion einen Stellenabbau. Bild: Opel

| von Werner Beutnagel

Opel kann in den kommenden vier Jahren bis zu 4100 Vollzeitstellen in den deutschen Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach abbauen, sofern sich genug Freiwillige für Altersteilzeit, Abfindungen und Vorruhestand finden lassen. Bereits im Vorfeld der offiziellen Bestätigung hatte es diverse Medienberichte über den geplanten Stellenabbau gegeben.

Hintergrund der Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat sind Arbeitsplatzverluste durch die geplante Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler und die Umstellung auf elektrische Antriebe. Bereits fest vereinbart ist der Abbau von 2.100 Stellen bis Ende 2021. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen weitere Optionen gesichert, wie der Gesamtbetriebsrat berichtete. In zwei Stufen könnten so in den Jahren 2022 und 2023 jeweils 1.000 weitere Jobs in den deutschen Werken gestrichen werden - die Zustimmung des Betriebsrats und genügend Freiwillige vorausgesetzt.

Als Gegenleistung für den ersten Schritt verlängert sich der Kündigungsschutz der verbleibenden Beschäftigten um zwei Jahre bis Mitte 2025. Auch sicherte die Geschäftsleitung zu, mehrere Varianten des Kompaktmodells Astra einschließlich des Kombi und einer Elektrohybrid-Version ab 2021 im Stammwerk Rüsselsheim montieren zu lassen. Das soll eine Auslastung im Zweischichtbetrieb sichern. 300 Auszubildende sollen zudem übernommen werden.

"Damit hat der Standort Rüsselsheim eine nachhaltige Perspektive über 2025 hinaus, zudem wird die bestehende Unterauslastung beseitigt", erklärte der IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger. Auch Opel-Chef Michael Lohscheller lobte die Vereinbarung: "Mit der Allokation der nächsten Astra-Generation wollen wir die Zukunft in Zeiten des massiven Wandels sichern. Gleichzeitig gibt diese Vereinbarung unseren Mitarbeitern langfristige Sicherheit. Die Beschäftigungssicherung bis 2025 ist ein starkes Signal."

Der Standort Rüsselsheim, an dem rund 70 Prozent der deutschen Opelaner beschäftigt sind, könnte aber trotz der Astra-Zusage von dem Abbau überproportional getroffen werden. Grund sind bestehende Überkapazitäten im Opel-Entwicklungszentrum, die sich mit der im Dezember verkündeten Fusion zwischen PSA und Fiat-Chrysler noch verschärfen dürften. Ausdrücklich nannte der Betriebsrat die "dramatische Transformation der Autoindustrie" und die geplante Fusion mit FCA als mögliche Gründe für einen weiteren Abbau. Die Gewerkschaft hofft, mit der Vereinbarung eine Art Obergrenze für die Stellenstreichungen eingezogen zu haben.

Außerdem bestätigte Opel das Aus der Motorenfertigung im bereits deutlich verkleinerten Werk Wien-Aspern. Dort verbleibt noch die Getriebefertigung. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Presse" sinkt die Zahl der Beschäftigten um bis zu 270 auf rund 600 Mitarbeiter.

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