Opel Cascada Neumann breit

Karl-Thomas Neumann setzt vor allem auf neue Modelle. "Wir haben 23 neue Autos in der Pipeline. Und das ist, was wir tun müssen: Produkte, Produkte, Produkte." - Bild: GM

Schnell wird das nicht gehen, räumt der Ex-VW-Manager ein. Und leicht wird es auch nicht. Neumann sieht den Autobauer vor einer schwierigen Sanierung. «Eine Marke wieder neu aufzubauen braucht Zeit», sagte der frühere VW-Manager am Dienstag auf dem Autosalon in Genf bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Opel-Chef. Opel müsse Kosten senken und Abläufe verbessern.

Zudem dämpfte Neumann Erwartungen an ein rasches Ende der Absatz-Krise in Europa. “Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es nicht vorbei ist.” Dies mache die Sanierung des verlustreichen Unternehmens nicht einfacher.

Neumann verbreitet Zuversicht – Opel ist zurück

Er sei aber zuversichtlich, die Traditionsmarke wieder zu altem Glanz führen zu können. “Wir müssen alle überzeugen, dass wir einen guten Plan haben, dass wir gute Produkte haben”, sagte Neumann.

Dabei setzt der frühere Conti-Chef vor allem auf neue Modelle. “Wir haben 23 neue Autos in der Pipeline”, sagte Neumann. “Und das ist, was wir tun müssen: Produkte, Produkte, Produkte.” Mit dem neuen Kleinwagen Adam und dem kleinen Geländewagen Mokka sei Opel auf einem guten Weg, es gebe bereits Zehntausende Vorbestellungen für die Autos.

“Aber es ist sehr schwer, in diesem Segment Geld zu verdienen.” Deswegen müsse Opel Kosten senken und Abläufe verbessern. “Wir sind nicht in der Lage Geld zu verdienen, obwohl wir eine Million Autos verkaufen. Das müssen wir ändern”, sagte der Manager. Neumann ist inzwischen der fünfte Opel-Chef in gerade einmal vier Jahren.

Rückendeckung aus Detroit

Die Rückendeckung von der Konzernmutter aus Detroit hat Neumann: GM-Vize Steve Girsky bekräftigte, dass die Amerikaner in den nächsten Jahren für die Verluste und Investitionen der Rüsselsheimer einstehen werden. Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt, hält große Stücke auf Neumann: Er könne mit seiner Erfahrung nicht nur Opel sondern auch GM helfen.

“Es gibt keine Auflagen für Opel, was die Weltmärkte angeht”, sagt Neumann. “Ich bin in Detroit, ich sitze bei General Motors im Executive Committee und bin dabei, wenn dort konzernweite Entscheidungen fallen”, so der neue Opel-Chef. Dennoch werde man sich auf Europa konzentrieren. “Dort müssen wir es schaffen.”

Opel muss aus den schlechten Nachrichten kommen

Eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Restrukturierung des seit Jahren in der Krise steckenden Autobauers sei die grundsätzliche Einigung mit dem Betriebsrat über das Werk in Bochum und der Deutschland-Plan, nach dem Opel spätestens 2016 wieder Geld verdienen soll. “Ich bin froh, dass es diesen Plan gibt”, sagte Neumann.

Er werde sicherlich noch seine Handschrift mit einbringen, wenn er etwas länger an Bord sei. Wichtig sei, dass Opel aus den schlechten Nachrichten komme, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Die noch offenen Fragen nach der Grundsatzeinigung über die Zukunft des Werks in Bochum will Neumann in wenigen Wochen klären.

“Für mich war es wichtig, dass wir in der vergangenen Woche diesen Durchbruch geschafft haben”, sagte Neumann. Es gebe bei immer einige Details, die noch offen seien. So sei noch nicht entschieden, welche Komponenten künftig in der Fabrik gefertigt werden sollen. “Wir müssen uns die nötige Zeit nehmen, um das zu klären.”

Die Autoproduktion soll 2016 in Bochum auslaufen. Das Management will aber mindestens 1.200 der mehr als 3.000 Jobs dort erhalten, unter anderem in der Komponentenfertigung und im Warenverteilzentrum und zusätzlich Stellen durch neue Ansiedlungen schaffen. Darauf hatten sich Opel und Arbeitnehmervertreter nach monatelangen Verhandlungen geeinigt. Allerdings verweigert der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel bisher die Unterschrift unter den Deutschland-Plan.

Diskussion um Opel-Bochum geht weiter

“Entscheidend ist, dass wir gesagt haben: Opel bleibt in Bochum”, sagte Neumann. Darauf könne man aufbauen. Die Diskussion um das Werk geht weiter. Am Sonntag versammelten sich nach Angaben der Veranstalter 18.000 Menschen in Bochum zu einem Solidaritätsfest.

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dpa/Guido Kruschke