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Viele Hersteller sind bei Nachrüstungen skeptisch, Opel und BMW lehnen rundweg ab. Bild: Opel/BMW

Opel lehne Nachrüstungen ab, «da sie ökonomisch nicht sinnvoll und technologisch nicht ausgereift sind», teilte das Unternehmen am Dienstag (2. Oktober) in Rüsselsheim mit. Zudem würde es zu lange dauern, die Nachrüstungen durchzuführen. Zugleich erklärte Opel, man habe noch keine Entscheidung über weitere Maßnahmen getroffen.

Die große Koalition hatte sich zuvor in Berlin auf ein Konzept geeinigt, wonach Besitzer älterer Diesel in Regionen mit besonders schmutziger Luft Umtauschprämien sowie Hardware-Nachrüstungen angeboten bekommen sollen. Wenn Fahrer von Euro-5-Dieseln eine Nachrüstung wollen, erwartet der Bund demnach «vom jeweiligen Automobilhersteller, dass er die Kosten hierfür einschließlich des Einbaus übernimmt». Die Haftung sollen die Nachrüstfirmen übernehmen.

BMW will Dieselfahrern sofort bis zu 6000 Euro Umtauschprämie zahlen, lehnt Hardware-Nachrüstungen auf Unternehmenskosten jedoch wie Opel ab. BMW-Fahrer in Regionen mit hohen Stickoxid-Belastung bekämen 6000 Euro Rabatt, wenn sie ihren Euro-4- oder Euro-5-Diesel durch ein Neufahrzeug ersetzten, sagte ein BMW-Sprecher am Dienstag in München. Beim Kauf eines jungen Gebrauchten oder eines Vorführwagens zahle der Konzern 4500 Euro Umtauschprämie.

Das Angebot gelte rückwirkend ab Montag. Der alte Diesel müsse mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen sein, der die Umtauschprämie bekommen will. "Wir konzentrieren uns auf die Flottenerneuerung, weil sie schnell Verbesserungen bringt", sagte der Sprecher. Die von der Koalition in Berlin ebenfalls vorgeschlagene Nachrüstung alter Dieselautos mit weitereren Abgas-Filtern dauere dagegen zu lange. Sie könne Gewicht, Leistung, Verbrauch und CO2-Ausstoß des Autos verschlechtern. Dazu kämen noch Gewährleistungsfragen.

Eine Umtauschprämie von 2000 Euro biete BMW weiterhin flächendeckend an - die höheren Prämien beschränkten sich auf die von der Koalition benannten 14 Regionen mit hohen Stickoxid-Werten. Zudem verringere BMW den Schadstoff-Ausstoß vieler Fahrzeuge durch freiwillige Software-Updates und habe im Mai 45 Millionen Euro in den vom Dieselgipfel geschaffenen Fonds eingezahlt, sagte der Sprecher.

Volkswagen will Dieselbesitzern so schnell wie möglich Umtauschprämien anbieten. Die geplanten Prämien der Volumenmarken des Konzerns sollten im Schnitt bei etwa 4000 Euro für Diesel der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 liegen - und bei 5000 Euro für Euro-5-Diesel, teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit. Die Umtauschprämien seien abhängig vom Modell des Kunden. In den laut Bundesregierung 14 besonders betroffenen Städten mit hohen Grenzwertüberschreitungen bei der Luftbelastung will VW fast eine Million Autobesitzer erreichen.

Der Volkswagen-Konzern sei weiter bereit, einen Beitrag zu leisten, um seinen Kunden uneingeschränkte Mobilität zu sichern und Fahrverbote in besonders belasteten Städten zu vermeiden, sagte Konzernchef Herbert Diess.

Mit Blick auf mögliche Hardware-Nachrüstung gehe man davon aus, "dass die Bundesregierung sicherstellt, dass sich alle Hersteller an den entsprechenden Maßnahmen beteiligen", so ein Sprecher von Volkswagen.

Deren Umsetzung hänge von Lösungen von Nachrüstfirmen ab, erklärte der Sprecher. Diese Lösungen müssten vorliegen, zugelassen und dauerhaft haltbar sein. "Wir weisen darauf hin, dass mit einer Nachrüstlösung Mehrverbrauch und Komforteinbußen verbunden sind", hieß es in dem Statement.

Daimler hält seine Position zu den Diesel-Beschlüssen der Regierungskoalition in Berlin vorerst offen. Man habe konstruktive Gespräche über Lösungen für die Kunden geführt, nun werde man sich den Vorschlag genau anschauen und sich dann erst dazu äußern, hieß es am Dienstag am Rande des Pariser Automobilsalons.