Varin Girksy

PSA-Chef Philippe Varin (li.) und GM-Vize Steve Girsky (re.): Bei der Allianz der beiden Autobauer Opel und Peugeot-Citroën ist kein Abbau von Arbeitsplätzen geplant. - Bild: GM

“Ich sehe keine negativen Auswirkungen auf die Stellen in Frankreich und in Deutschland”, sagte PSA-Chef Philippe Varin am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Brüssel. Der Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky zerstreute Sorgen von Arbeitnehmervertretern. An die Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim gerichtet sagte Girsky: “Ich würde sagen, sie sollten keine Angst haben.”

Opel steht auch nicht zum Verkauf

Gerüchte um einen möglichen Verkauf von Opel entbehren nach Worten Girskys, der auch Vizechef der Opel-Mutter General Motors ist, jeder Grundlage: “Das ist alles nicht wahr. Opel steht nicht zum Verkauf und PSA möchte auch nicht kaufen.” Nach Medienberichten hatte die französische Regierung den angeschlagenen Autohersteller PSA gedrängt, Opel zu übernehmen. Eine Fusion sei keine Option: “Es gibt viele Dinge, die wir alleine machen müssen”, sagte Girsky.

PSA und Opel leiden massiv unter der Absatzkrise in Europa. Beide häufen enorme Verluste an und wollen die Kosten über das Potenzial der Allianz hinaus drastisch senken. Opel wird deshalb das Werk Bochum mit mehr als 3.000 Mitarbeitern spätestens Ende 2016 schließen. Sollten die Beschäftigten einem Sparpaket nicht zustimmen, läuft die Fertigung im Ruhrgebiet schon Ende 2014 aus. PSA will rund 8.000 Arbeitsplätze abbauen und ein Werk in der Nähe von Paris komplett schließen.

Autobauer streben Ausweitung der Kooperation an

Die Opel-Mutter GM und der französische PSA-Konzern hatten im Dezember nach mehrmonatigen Verhandlungen die Verträge für eine gemeinsame Auto-Entwicklung und ein Einkaufs-Joint-Venture unterschrieben. Das Ziel: Die beiden defizitären Hersteller erhoffen sich von der Zusammenarbeit, nach spätestens fünf Jahren jährlich zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) einzusparen. “Diese Zielsetzung ist unverändert”, sagte Varin.

Beide Autobauer streben dabei eine Ausweitung der Kooperation an – dabei könne es um mehr Märkte, mehr Technologien und Produkte gehen. GM-Vizechef Girsky sagte: “Es gibt kleine Erfolge, die dann nach und nach zu größeren Erfolgen führen werden. Es ist die Geschichte vom Samenkorn zum Baum.” Man werde bei der Kooperation weitermachen und weitere Ziele anstreben. So wolle man in Lateinamerika und in Russland die Märkte vergrößern. Varin ergänzte: “Wir suchen auch Projekte außerhalb Europas.” Eine gemeinsame Produktion sei weiterhin kein Thema.

Erste gemeinsame Modelle sollen 2016 auf den Markt kommen

Die ersten gemeinsam entwickelten Autos sollten 2016 auf den Markt kommen. Bisher sind drei Projekte bekannt, zwei davon auf Basis bereits existierender Architekturen von Peugeot-Citroën. Danach sollen neue Plattformen für einen Kompaktwagen im Zafira-Segment für Opel, einen kompakten SUV im Mokka-Segment für PSA und einen Kleinwagen im Corsa-Segment für beide Hersteller gemeinsam entwickelt werden. Aufbauend auf der Meriva-Plattform sollen zudem in Rüsselsheim Schwestermodelle für beide Konzerne entwickelt werden, sagte ein Sprecher.

Zudem soll PSA für GM Motoren mit niedrigem Co2-Ausstoß entwickeln. “Bei PSA haben wir Dreizylinder, 1-Liter- oder 1,2 Litermotoren entwickelt, die sehr effizient sind”, sagte Varin: “Das wird in Zukunft weiter entwickelt. Wir haben uns geeinigt, das gemeinsam zu machen.”

Alle Beiträge zu den Stichworten PSA Peugeot Citroen General Motors

dpa/Guido Kruschke