Stephen Girsky

Stephen Girsky: "Zu denken, dass man nicht in Europa vertreten sein muss, ist naiv." - Bild: GM

Die Entscheidung, vor drei Jahren die angeschlagene Tochter zu behalten, sei richtig gewesen, sagte GM-Vize Stephen Girsky am Montag in Genf. Zudem zeige der Sanierungsplan bei Opel, der GM im vergangenen Jahr in Europa einen Verlust von 1,8 Milliarden US-Dollar bescherte, allmählich Forschritte.

Europa-Präsenz gehört zum Pflichtprogramm

“Zu denken, dass man nicht in Europa vertreten sein muss, ist naiv”, sagte Girsky am Vorabend des Genfer Autosalons. Europa habe “anspruchsvolle Kunden und die Art von Technologien, die man hier sieht, wird in Autos weltweit verwendet”.

2009 stand GM kurz davor, Opel an den Automobilzulieferer Magna zu verkaufen, machte dann aber kurz vorher einen Rückzug. Girsky gehörte seinerzeit zu jenen Manager, die darauf gedrängt hatten, Opel zu behalten. Der Autobauer entwickelt viele Kleinwagen, die weltweit gebaut und verkauft werden.

Hohe Erwartungen an den neuen Opel-Chef Neumann

In den vergangenen zwölf Jahren hat der US-Mutterkonzern in Europa Milliarden Dollar verloren – trotz einer ganzen Reihe von Restrukturierungsbemühungen. Die jüngsten Anstrengungen, die Verluste zu stoppen, wurden von Girsky an die Spitze von GM Europe geleitet. Am 1. März übergab Girsky den Topjob im Europageschäft an Karl-Thomas Neumann, einen früheren Volkswagen-Manager.

In Genf war Girsky voll des Lobes für seinen Nachfolger. Der US-Konzern habe nun in Europa die richtige Führungsspitze. Neumann helfe nicht nur Opel, sondern GM insgesamt.

Turnaround wird schwierig und kann dauern

Die Bemühungen, Opel wieder in die Spur zu bringen, waren durch die über lange Zeit sinkenden Autoabsätze in Europa verlangsamt worden. Der schrumpfende Automarkt hatte auch dem Europa-Geschäft von Ford und europäischen Autobauern wie Fiat, Renault und PSA Peugeot Citroen herbe Verluste beschert. Im vergangenen Jahr waren die Verkaufszahlen das fünfte Jahr in Folge gesunken, Prognosen gehen 2013 von einem weiteren Rückgang aus.

Versuche, Werke zu schließen, stieß auf den erbitterten Widerstand von Gewerkschaften und Regierungen, die sich um den Verlust von Arbeitsplätzen sorgten. In der vergangenen Woche erzielte GM nach monatelangen, zähen Verhandlungen mit der IG Metall einen Durchbruch und einigte sich mit den Arbeitnehmern im Grundsatz auf die Fortsetzung der Produktion im Opel-Werk Bochum bis 2016. Im Gegenzug liefern die rund 20.000 Arbeitnehmer beispielsweise durch die Stundung von künftigen Tariferhöhungen und die Streichung von übertariflichen Leistungen millionenschwere Sanierungsbeiträge beim Unternehmen ab.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke