Opel

Bei Opel sieht es finanziell wieder deutlich besser aus - unter seinem neuen Eigentümer PSA arbeitet der Automobilhersteller nun wieder im profitablen Bereich. Bild: Opel

PSA-Konzernchef Carlos Tavares lobte am Dienstag (24. Juli) in Rueil-Malmaison bei Paris euphorisch Opel-Management und -Mitarbeiter: "Sie haben meine Wertschätzung. (...) Es sind tolle Leute." Die frühere General-Motors-Tochter Opel hat mit ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall seit 1999 keinen Gewinn mehr für ein Gesamtjahr ausgewiesen. Zuletzt gab es im zweiten Quartal 2016 operativ schwarze Zahlen, die aber schnell wieder dahinschmolzen. PSA mit den Marken Citroën, Peugeot und DS hatte den deutschen Sanierungsfall im vergangenen August übernommen. Neue Opel-Modelle entstehen ausschließlich auf von PSA bereitgestellten Plattformen, was zu Kostenvorteilen unter anderem im Einkauf und bei der Entwicklung führt.

Tavares sagte, die Fixkosten seien bei Opel um 28 Prozent gesunken. Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon sprach von einer Betriebsmarge bei Opel von 5 Prozent. "Opel macht wieder Geld." Bei dem im vergangenen November vereinbarten Sanierungsplan sei etwa die Hälfte des Weges geschafft. PSA machte keine exakten Angaben zu den Sanierungskosten bei Opel, sondern wies nur einen konzernweiten einmaligen Aufwand von 750 Millionen Euro aus, in dem die Opel-Zahlen enthalten sind.

Der PSA-Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 40 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Auf die erstmals enthaltene Opel-Vauxhall-Sparte entfiel davon ein Anteil von 9,95 Milliarden Euro. Der Nettogewinn des Konzerns nach Minderheitsanteilen stieg um 18 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Die Aktien von PSA schossen nach der Zahlenvorlage um knapp zehn Prozent auf 22,40 Euro nach oben. Sie waren damit so teuer wie seit rund sieben Jahren nicht mehr. Die Halbjahreszahlen seien gigantisch, lobte Max Warburton vom US-Analysehaus Bernstein Research.

PSA führt weiter Gespräche mit möglichen Partnern für das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Die Überlegungen, einen wesentlichen Teil des Zentrums möglicherweise an einen Dienstleister abzugeben, hatten zu erneuten Protesten der Belegschaft geführt. Nach Arbeitnehmerinformationen könnten dort 4000 der etwa 7000 Beschäftigten betroffen sein.

"Bisher wurde nichts entschieden", sagte De Chatillon. Namen potenzieller Partner könne er nicht nennen. Die französische Tageszeitung "Le Monde" hatte vier Branchendienstleister als mögliche Partner ausgemacht: die französischen Unternehmen Altran, Akka und Segula und das deutsche Unternehmen Bertrandt.

Das Entwicklungszentrum sei nicht nur für Design und Entwicklung der Opel-Modelle zuständig, es übernehme auch Aufgaben für den gesamten Konzern, sagte De Chatillon. Daneben werden in Rüsselsheim aber auch noch Entwicklungsaufgaben für den früheren Eigentümer General Motors erledigt, deren Volumen in den kommenden Jahren zurückgehen wird.

Ende Mai hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmer auf eine umfangreiche Beschäftigungssicherung bis einschließlich 2023 geeinigt. Gegen Lohnzugeständnisse der verbleibenden Beschäftigten sicherte Opel zu, den Stamm an den deutschen Standorten von bislang 19.000 Mitarbeitern um 3700 zu verringern. Diese Reduzierung läuft auf freiwilliger Basis über verschiedene Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme. Die Auflösungsverträge sind nach Firmenangaben bereits sämtlich unterschrieben.