Corsa-Fertigung im Opel-Werk Eisennach: In Thüringen entsteht künftig auch der Opel-Kleinwagen,

Corsa-Fertigung im Opel-Werk Eisennach: In Thüringen entsteht künftig auch der Opel-Kleinwagen, Projektname 'Junior'. - Bild: Opel

Reilly bezifferte die notwendigen Investitionen auf 90 Millionen Euro. Der Kleinwagen, auch unter dem Arbeitstitel ‘Junior’ bekannt, soll unterhalb des bislang kleinsten Autos der Marke mit dem Blitz, dem Corsa, angesiedelt werden.

Der Opel-Stadtflitzer soll dem Trend hin zu kleinen, spritsparenden Autos wie dem Fiat 500 und dem VW Fox Rechnung tragen und Anfang 2013 auf den Markt gebracht werden. Später könnte es auch eine strombetriebene Version geben.

“Die 90-Millionen-Euro-Investition wird die Rolle von Eisenach in unserem europäischen Fertigungsverbund deutlich stärken”, sagte Reilly am Donnerstag. Neben Eisenach war auch der spanische Standort Saragossa im Rennen um den “Junior”. Zuletzt hatte sich allerdings angedeutet, dass das Werk in Thüringen den Zuschlag erhalten dürfte. Das Bundesland hatte den Rüsselsheimern bereits im Frühsommer Investitionshilfen für diesen Fall in Aussicht gestellt.

In dem seit 1992 bestehenden Opel-Werk in Eisenach arbeiten aktuell rund 1.600 Menschen und montieren die dreitürige Version des Corsa. Der Standort litt in der Vergangenheit unter einer geringen Kapazitätsauslastung und galt daher zeitweise als Schließungskandidat. Opel-Chef Reilly gab den vier deutschen Werken Ende November 2009, kurz nachdem sich General Motors überraschend gegen den Verkauf von Opel ausgesprochen hatte, allerdings eine Bestandsgarantie. Dank der Investitionen könnten die Eisenacher Arbeitsplätze für die kommenden Jahre als gesichert gelten.

GM hat der Europa-Tochter einen Sparkurs verordnet, um Opel wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. Um die Kapazitäten um ein Fünftel zu reduzieren, sollen europaweit 8.300 von insgesamt etwa 48.000 Arbeitsplätzen wegfallen. Zudem soll Opel mit einer breiteren Produktpalette und einer stärkeren internationalen Präsenz wieder zukunftsfähig gemacht werden. Das Unternehmen will künftig auf fünf neuen Märkten aktiv werden, darunter China und Australien. Bislang sind die Rüsselsheimer vor allem von dem weitgehend gesättigten westeuropäischen Markt abhängig.