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Volkswagen sieht sich dennoch auf dem Weg, seine Jahresziele zu erreichen. Bild: Volkswagen

Der Autokonzern bestätigte am Donnerstag den eigenen Ergebnisausblick. Der Gewinnrückgang im laufenden Geschäft aber zeigt die weiter angespannte Situation auf einigen Automobilmärkten: Das operative Ergebnis des Volkswagen-Konzerns schrumpfte zwischen April und Juni um 3,1 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro. Analysten hatten eine ähnliche Entwicklung erwartet. Sie waren im Durchschnitt von einem Minus um 3,8 Prozent ausgegangen.

Bei der Ermittlung des operativen Gewinns allerdings bleibt das “at equity” bilanzierte Geschäft in China weitgehend außen vor. Unter dem Strich erzielte Volkswagen auch deshalb ein Gewinnplus: Der Konzern verdiente netto 3,19 Milliarden Euro und damit 12,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Analysten hatten nach den von Dow Jones Newswires zusammengetragenen Einschätzungen dagegen mit einem Minus um 1,2 Prozent gerechnet.

Volkswagens Erfolg in China war auch ein bedeutender Grund dafür, dass sich der Absatz zwischen April und Juni abermals erheblich verbesserte. Der Konzern lieferte in dem Quartal weltweit 2,62 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 5,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzentwicklung allerdings zeigt den Preisdruck, unter dem der Hersteller steht: Die Erlöse verschlechterten sich um 2,2 Prozent auf 50,98 Milliarden Euro.

Vor allem die Kernmarke steht vor dem Hintergrund unter großem Druck, die eigenen Kosten zu reduzieren: Das operative Ergebnis der Pkw-Marke Volkswagen verschlechterte sich im ersten Halbjahr von 1,49 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,01 Milliarden Euro – und damit noch etwas stärker als von den Analysten vorausgesagt. Die operative Marge der Marke schrumpfte in der Folge zwischen Januar und Juni auf 2,1 Prozent, nach 3,0 Prozent in der ersten Hälfte des Vorjahres. Die Ergebnisse einzelner Marken teilte Volkswagen am Donnerstag nur für das gesamte Halbjahr und nicht allein für das zweite Quartal mit.

Angesichts der vergleichsweise geringen Gewinnspanne hatte VW-Chef Martin Winterkorn schon Mitte Juli vor Konzernmanagern verstärkte Sparanstrengungen gefordert. Erklärtes Ziel Winterkorns ist es, die operative Marge der Marke VW auf mindestens 6 Prozent zu steigern.

Wegen der Beiträge der übrigen Marken ist der Gesamtkonzern Volkswagen wesentlich profitabler als die gleichnamige Marke: Europas größtem Autohersteller blieben im zweiten Quartal immerhin 6,5 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn, nach 6,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Wert liegt damit am oberen Ende des Zielkorridors für das Gesamtjahr, den Volkswagen nach wie vor auf 5,5 bis 6,5 Prozent beziffert.

Auch die übrigen Ziele für das gesamte Jahr bestätigte Volkswagen. Der Konzern will demnach die Auslieferungen “moderat” steigern. Für den Umsatz erwartet VW einen Wert in einer Bandbreite von 3 Prozent um den Vorjahreswert von 197 Milliarden Euro.

Hendrik Varnholt, Dow Jones Newswires