Porsche Cajun

Neue Modelle werden ein wesentlicher Teil der Markenstrategie sein. In zwei Jahren wird Porsche mit dem "Cajun" eine kleinere Version des seit 2003 verkauften Geländewagens Cayenne auf den Markt bringen. - Bild: Reichel CarDesign

Stattdessen setzt der Sportwagenbauer auf mehr Intelligenz in der Konstruktion ? zum Beispiel energiesparende Antriebe. “Es geht nicht mehr nur um mehr PS, es geht um mehr Ideen pro PS”, sagte Bernhard Maier, im Vorstand für Marketing und Vertrieb zuständig, im Gespräch mit dem “Handelsblatt”.

Leistung werde weiter ein wichtiges Merkmal für Porsche sein, mit der sich der Autobauer von der Konkurrenz unterscheiden wolle, betonte Maier zwar. Aber: “Wir streben nicht singulär danach, aus einem 350-PS-Motor plötzlich einen 450-PS-Motor zu machen. Es geht um das stimmigste, wettbewerbsfähigste Angebot im Segment.”

Zu sparsamen Technologien gezwungen

Strengere Verbrauchsnormen in den USA und Europa zwingen Autohersteller, in sparsame Technologien und alternative Antriebe zu investieren. Zudem fordern auch immer mehr Autofahrer sparsame Alternativen. “Wir investieren enorm in Forschung und Entwicklung, um unsere Fahrzeuge effizienter zu machen”, sagte Maier. Um ein grünes Image aufzubauen, bietet Porsche bereits in einigen Märkten Fahrzeuge mit Hybrid-, Diesel- und Elektroantrieb. Eine Diesel-Version des Cayenne soll demnächst auch in den USA eingeführt werden.

“Manche sagen zwar: ‘Starke Marken passen sich nicht an.’ Wir bei Porsche sind da anderer Meinung”, stellte der Automanager klar. Auch starke Marken müssten Trends antizipieren, dabei sich selbst aber treu bleiben. “Wir sehen das als permanente Herausforderung. Dies ist Kernbestandteil unserer neuen Markenstrategie”, so der Porsche-Vorstand.

Der neue 911: Weniger CO2 Ausstoß – mehr Leistung

Umgesetzt werde das auch in dem neuen 911er. Der CO2-Ausstoß sei um bis zu 16 Prozent geringer, was in etwa auch der Einsparung beim Verbrauch entspreche. “Beim 911 Carrera gehen wir von 3,6 auf 3,4 Liter Hubraum zurück. Aber gleichzeitig wird die Leistung von 345 auf 350 PS wachsen.” Die neue Markenikone wird im Herbst auf der Internationalen Autoausstellung in Frankfurt zum ersten Mal gezeigt.

Gleichzeitig bereitet sich Porsche auf eine Vertriebsoffensive vor. Bis 2018 will das Unternehmen aus Zuffenhausen bei Stuttgart seine Händler von 700 auf 1.000 in der Welt ausweiten und sie auf neue Modelle und energiesparende Antriebe vorbereiten. Um das Händlernetz entsprechend auszubauen, würden Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro nötig, sagte Maier.

Der Sportwagenhersteller will bis 2018 den Absatz auf 200.000 Autos pro Jahr verdoppeln. Dafür werden laut Maier Tausende neuer Stellen geschaffen. “Im Rahmen unserer Strategie 2018 werden wir bei der Porsche AG voraussichtlich 7.000 neue Mitarbeiter einstellen”, sagte der Vorstand. Zusätzlich würden im von selbstständigen Partnern geprägten Händlernetz bis 2020 weitere 7 000 Stellen geschaffen.

Porsche hat große Erwartungen an den chinesischen Markt

Das größte Wachstum erwartet Porsche in China. Der Markt, in dem Porsche vor zehn Jahren gerade einmal ein paar Hundert Autos verkaufte, könnte schon bald das wichtigste Land für den Autobauer werden und damit die USA ablösen. “China holt sehr schnell auf. Ich gehe davon aus, dass es in zwei Jahren ein wirklich knappes Kopf-an-Kopf-Rennen wird”, sagte Maier.

In zwei Jahren wird Porsche mit dem “Cajun” eine kleinere Version des seit 2003 verkauften Geländewagens Cayenne auf den Markt bringen. Besonders in den USA ist der erste Geländewagen aus dem Hause Porsche sehr gefragt ? auch bei Frauen und Familien. Der Cajun soll eher jüngere Kunden ansprechen, die in Städten wohnen und keine großen, spritschluckenden Autos fahren wollen. Was den Erfolg für einen kleinen Gelände-Porsche angeht, gibt sich Maier angriffslustig: “Wir werden unseren Wettbewerbern durchaus die eine oder andere Falte auf die Stirn zaubern.”

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Handelsblatt/Guido Kruschke