Bald zurück in der Formel 1? Aktuell fährt Porsche etwa im eigenen Carrera Cup und in Le Mans. -

Bald zurück in der Formel 1? Aktuell fährt Porsche etwa im eigenen Carrera Cup und in Le Mans. - Bild: Porsche

Laut FTD-Informationen denkt der Sportwagenbauer darüber nach, ab 2013 wieder in der Formel 1 an den Start zu gehen – und an alte Erfolge anzuknüpfen. 1962 war der Stuttgarter Sportwagenbauer aus der Formel 1 ausgestiegen, lieferte nur noch Motoren. Der legendäre Porsche-Turbomotor fuhr 25 Grand-Prix-Siege ein und holte drei WM-Titel. „Das Signal geht wieder Richtung erste Liga im Motorsport“, heißt es laut dem Bericht aus Stuttgart. Die Marke Volkswagen prüfe ferner einen Start in der US-Rennserie Nascar sowie bei der World Rally Championship (WRC), schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Voraussetzung dafür ist die geplante Einführung eines 1,6 Liter-Turbos: “Wenn das Reglement feststeht, dann entscheiden wir schnell. Wir könnten ein solches Triebwerk recht kurzfristig aufbauen”, sagte Volkswagen-Berater und Motorsport-Legende Hans-Joachim Stuck. Seit 2009 gehört Porsche zum VW-Konzern. Der so genannte Weltmotor ist in der Tourenwagen-WM (WTCC) und der Rallye-WM bereits eingeführt.

Der Grund für die Gerüchte über den F1-Einstieg von Porsche: Volkswagen will seine Marken neu positionieren. Derzeit wird intensiv bei Porsche-Mutter VW diskutiert, welche Marke in welcher Rennserie künftig an den Start gehen soll. Anfang November soll eine Entscheidung fallen.

Ein Porsche-Sprecher hat Gespräche darüber bestätigt, welche Marke in welcher Rennserie künftig an den Start gehen soll: “Wir versuchen gerade, eine langfristige Strategie mit den anderen Marken zu erarbeiten.” Eine Neuausrichtung des Motorsports ist laut FTD durch die Integration der Marke Porsche nötig geworden. “Dazu können wir bislang wenig sagen. Dass der Motorsport für Porsche existenziell ist, ist ja nicht erst seit dem Pariser Autosalon so. Es gibt natürlich immer mal Überlegungen für die ‘erste Liga’ – also entweder Le Mans oder auch die Formel 1″, sagte Oliver Hilger, Motorsport-Sprecher von Porsche. “Aber jetzt sind das nur Planspiele.”

Künftig jedenfalls sollen VW-Marken nämlich nicht mehr in einer Rennklasse gegeneinander fahren. Derzeit fahren sowohl Porsche-, als auch Audi-Fahrzeuge im 24-Stunden-Rennen in Le Mans. „Das ist einfach nicht lustig“, erklärte der neue Porsche-Chef Matthias Müller in der vergangenen Woche am Rande des Automobilsalons in Paris. „Wir müssen deshalb darüber diskutieren, ob es nicht sinnvoller ist, wenn eine der beiden Marken in Le Mans startet und die andere in der Formel 1“, so Müller weiter.

Der VW-Konzern spielt gedanklich deshalb ein weiteres Szenario durch. Dies hängt mit dem Engagement in der Le-Mans-Prototypen-Serie (LMP1) zusammen – und mit der Konzern-Tochter Audi. Hinter den Kulissen wird bei Porsche seit Monaten an einem LMP1-Programm gearbeitet. Immerhin 13 Mal, zuletzt 1998, trug ein Porsche den Sieg bei den traditionsreichen 24 Stunden von Le Mans davon. Danach übernahm dort Audi das Kommando. Für die Ingolstädter scheint nach zehn Le-Mans-Triumphen in den vergangenen elf Jahren ein Image-Wechsel durch eine Konzentration auf eine andere Rennserie angezeigt. Bereits im Juni befand aber etwa Audis Sportchef Wolfgang Ullrich: “Unserer Meinung nach passt die Formel 1 nicht zu Audi, solange die Technik, die dort zum Einsatz kommt, keine Relevanz für die Entwicklung unserer Serienfahrzeuge hat.”

Im VW-Konzern ist die Strategie nicht unumstritten. Denn verlorene Rennen oder Unfälle schaden der Marke. Hinter den Kulissen werde derzeit hitzig diskutiert. Für die Formel 1 wäre der Porsche-Einstieg eine gute Nachricht und für die Fans wohl auch. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will jedenfalls Porsche in die Motorsport-Königsklasse locken. “Ich würde alle Hebel in Bewegung setzen. Was immer ich dafür tun kann, werde ich tun”, sagte der Brite beim Großen Preis von Japan am vergangenen Wochenende.