Porsche droht nach der gescheiterten VW-Übernahme ein juristisches Nachspiel. (Bild: Porsche)

Porsche droht nach der gescheiterten VW-Übernahme ein juristisches Nachspiel. (Bild: Porsche)

Porsche kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt droht nach der gescheiterten VW-Übernahme ein juristisches Nachspiel. Auf der Hauptversammlung am Freitag forderte Christian Strenger, ehemaliger DWS-Fondsmanager und angesehenes Mitglied der Corporate-Governance-Kommission eine Sonderprüfung, um das Verhalten von Aufsichtsrat und Vorstand Porsches im Geschäftsjahr 2008/09 zu durchleuchten: „Der Aufsichtsrat war wohl nicht in der Lage, die durch den Vorstand verursachten existenzbedrohenden Risiken zu erkennen, beziehungsweise wollte diese nicht sehen.”

Für eine derartige Sonderprüfung braucht Strenger die Zustimmung von einem Prozent des Kapitals oder 100 000 Aktien, die derzeit vier Mio. Euro wert sind. Findet er diese, könnte die Aktion die geplante Integration von Porsche in den VW-Konzern deutlich verzögern.

Ein weiteres juristisches Nachspiel bahnt sich in München an: Die Kanzlei CLLB bereitet nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche” gemeinsam mit einer internationalen Anwaltskanzlei Klagen für mehrere institutionelle Investoren vor. Diese fordern nach Angaben des Rechtsanwalts Franz Braun Entschädigungen im dreistelligen Millionenbereich.

Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche betonte auf der Hauptversammlung mit Bezug auf zwei wissenschaftliche Rechtsgutachten: „Wir weisen darauf hin, dass wir uns immer an geltendes Kapitalmarktrecht gehalten haben.”

Ein möglicher milliardenschwerer Vergleich in den Rechtsstreitigkeiten hätte Einfluss auf die Bewertung von Porsche: Fällt diese deutlich geringer aus, könnte die geplante Hauptversammlungsmehrheit der Familien Porsche und Piëch beim VW-Konzern gefährdet sein.

Die Entlastung von Ex-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter wurde am Freitag aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Manager wegen des Verdachts der Marktmanipulation vertagt. Beide ehemaligen Vorstände, die im Sommer 2009 ihren Hut nehmen mussten, waren nicht zu der Hauptversammlung gekommen.