Das Porsche-Wappen soll auch in Zukunft strahlen. Die Aktionäre stimmten nun einer Kapitalerhöhung

Das Porsche-Wappen soll auch in Zukunft strahlen. Die Aktionäre stimmten nun einer Kapitalerhöhung zu. (Bild: Porsche)

Die Porsche-Aktionäre haben trotz heftiger Debatte der geplanten milliardenschweren Kapitalerhöhung zugestimmt. Neben den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch haben am Dienstag auf der Hauptversammlung in Stuttgart auch 88,4 Prozent der sonst stimmrechtslosen Vorzugsaktionäre der Ausgabe neuer Aktien zum Abbau des Schuldenberges zugestimmt.

Zuvor hatte es eine für Porsche ungewöhnlich lange und kontroverse Diskussion unter den rund 4.000 anwesenden Anteilseignern gegeben. Die Vorzugsaktionäre sollten zwar die Hälfte der Summe von fünf Milliarden Euro aufbringen, hätten aber in dem fusionierten Unternehmen nichts zu sagen, monierte Peter Maser von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

“Das operative Ergebnis zeigt, dass Porsche seine Eigenständigkeit behalten könnte”, sagte Christian Strenger. Schließlich sei der Sportwagenbauer deutlich rentabler als die Wolfsburger. Der Aufsichtsrat der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS und Mitglied der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance), der bei Porsche als Privatinvestor auftrat, hatte die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch aufgefordert, einen anderen Weg zu finden, das Geld zusammenzukratzen.

Porsche will das Geld möglichst bis Ende Mai kommenden Jahres einsammeln, um damit den Ende Juni fälligen Bankkredit von 2,5 Mrd EUR zurückzuzahlen, sagte der Finanzvorstand der Porsche-Dachgesellschaft, Hans Dieter Pötsch. Der Rest solle in den Schuldenabbau fließen, sagte Pötsch, der zugleich die Finanzen von Volkswagen verantwortet. Der Abbau des Schuldenbergs ist Voraussetzung dafür, dass die Stuttgarter als zehnte Marke unter das Dach der Wolfsburger schlüpfen dürfen.

Das Zusammengehen der beiden Autobauer sei längst beschlossene Sache, sagte Franz Wagner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Nach der Kapitalspritze sei die Fusion für die Vorzugsaktionäre besser als der Plan B eines Verkaufs des restlichen Sportwagengeschäfts für 3,9 Mrd EUR an Volkswagen. Verschmelzen beide Konzerne, würden die Porsche-Aktionäre Anteilseigner am gemeinsamen Unternehmen. Kauft VW zusätzlich zu der Hälfte, die sie bereits besitzt auch die andere Hälfte des Sportwagengeschäfts, besäßen die Aktionäre der Porsche-Dachgesellschaft nur noch eine Beteiligung von knapp 51 Prozent an VW.

Zahlreiche Fondsgesellschaften, die Porsche-Vorzüge halten, wie Deka Investment und SEB Asset Management stimmten für die Ausgabe neuer Aktien. Sie sahen dies als Chance, später an dem gemeinsamen Autobauer beteiligt zu sein. Ursprünglich war die Fusion im kommenden Jahr geplant. Zahlreiche Klagen von Hedgefonds in den USA und ungeklärte Steuerprobleme im Zuge des Zusammengehens beider Autobauer könnten das Vorhaben jedoch verzögern.

Die Familien Porsche und Piëch kontrollieren nach dem Einstieg des Emirats Katar 90Prozent der Stimmrechte. Da Porsche jedoch zu gleichen Teilen Stämme und stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgeben will, brauchten die Stuttgarter auch das Votum von zwei Drittel der Vorzugsaktionäre. Deren Zustimmung war keineswegs sicher, hatten doch viele der professionellen Investoren, großen Fonds und Privatanleger schon wegen des Kurssturzes durch die verlorene Übernahmeschlacht viel Geld verloren.

Porsche rechnet bei der milliardenschweren Kapitalerhöhung mit Unterstützung des Großaktionärs Katar. Ob das Emirat, dem ein Zehntel der Stammaktien gehört, später auch neue Aktien zeichnet, sei Sache des Wüstenstaates, sagte der Finanzvorstand der Porsche-Dachgesellschaft, Hans Dieter Pötsch, am Dienstag auf der Hauptversammlung des Sportwagenbauers.

Insgesamt plant der durch die gescheiterte Übernahme von Volkswagen noch immer mit rund sechs Milliarden Euro hoch verschuldete Sportwagenbauer, mit der Ausgabe neuer Aktien fünf Milliarden Euro einzusammeln. Dabei sollen zu gleichen Teilen Stämme und Vorzüge ausgegeben werden. Der Abbau des Schuldenbergs ist Voraussetzung dafür, dass die Stuttgarter als zehnte Marke unter das Dach der Wolfsburger schlüpfen dürfen.

Dow Jones Newswires

-Porsche rechnet bei der milliardenschweren Kapitalerhöhung mit Unterstützung des Großaktionärs Katar. Ob das Emirat, dem ein Zehntel der Stammaktien gehört, später auch neue Aktien zeichnet, sei Sache des Wüstenstaates, sagte der Finanzvorstand der Porsche-Dachgesellschaft, Hans Dieter Pötsch, am Dienstag auf der Hauptversammlung des Sportwagenbauers.Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, denen die restlichen 90% der Stammaktien gehören, haben ihre Zustimmung bereits bekundet. Offen blieb zunächst, ob auch die erforderliche Dreiviertelmehrheit der sonst stimmrechtslosen Vorzugsaktionäre zustimmt.

Insgesamt plant der durch die gescheiterte Übernahme von Volkswagen noch immer mit rund 6 Mrd EUR hoch verschuldete Sportwagenbauer, mit der Ausgabe neuer Aktien 5 Mrd EUR einzusammeln. Dabei sollen zu gleichen Teilen Stämme und Vorzüge ausgegeben werden. Der Abbau des Schuldenbergs ist Voraussetzung dafür, dass die Stuttgarter als zehnte Marke unter das Dach der Wolfsburger schlüpfen dürfen.