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Porsches Vorzugsaktionäre können sich über eine kräftige Dividendenerhöhung freuen. - Bild: Porsche

Die Vorzugsaktionäre sollen für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 (August bis Dezember) pro Aktie 0,50 Euro erhalten. Für das Geschäftsjahr 2009/2010 waren es 0,10 Euro pro Aktie. Dabei verzichten die mächtigen Stammaktionäre, die Eignerfamilien Porsche und Piëch sowie das Golf-Emirat Katar, auf eine Dividende. Hintergrund ist ein “Burgfrieden” zwischen den Stammaktionären und Vorzugsaktionären vor dem Hintergrund von Querelen um den gescheiterten Übernahmeversuch von VW durch Porsche.

Wie Porsche am Donnerstagabend mitteilte, dient der Verzicht der Stammaktionäre auf eine Ausschüttung der “Befriedung von Meinungsverschiedenheiten mit Aktionären auch über die Abfindungszahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder”.

Im vergangenen Jahr hatten drei Porsche-Vorzugsaktionäre beim Stuttgarter Landgericht einen Antrag auf Bestellung eines Sonderprüfers gestellt. Sie wollten prüfen lassen, ob Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Holger Härter zu Recht mehrere Millionen Euro Abfindung kassiert haben. Beide Manager mussten nach der verlorenen Übernahmeschlacht mit VW ihren Hut nehmen. Die Vorzugsaktionäre wollten auch umstrittene Aktienoptionsgeschäfte unter die Lupe nehmen lassen, mit denen Porsche seinen Einstieg bei VW vorbereitet hatte.

Wie Porsche nun mitteilte, erklärten die Vorzugsaktionäre, ihren Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Sonderprüfers nicht weiter zu verfolgen.

Wie es weiter hieß, wollten die Stammaktionäre mit dem Verzicht auf eine Dividende auch die Unterstützung der Vorzugsaktionäre angesichts der Kapitalerhöhung im April und der für die vorausgehenden zwei Geschäftsjahre nur geringen Dividende honorieren. Insgesamt könnten für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 bis zu 80 Millionen Euro als Dividende ausgeschüttet werden, hieß es.

Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE hatte durch eine Kapitalerhöhung im April 4,9 Milliarden Euro von Aktionären eingesammelt. Dadurch schrumpfte der Schuldenberg drastisch.

Der Sportwagenbauer war nach langer Durststrecke erst im Rumpfgeschäftsjahr 2010 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW war beschlossen worden, das Geschäftsjahr bei Porsche von 2011 an wie bei Volkswagen an das Kalenderjahr anzupassen, daher das Rumpfgeschäftsjahr 2010. Der Sportwagenbauer soll als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. Allerdings sorgen mehrere juristische Auseinandersetzungen noch für Stolpersteine.

dpa-AFX/Guido Kruschke