Matthias Müller Porsche breit

Schneller, weiter, höher - beim Zuffenhausener Sportwagenbauer brummt das Geschäft. Doch Porsche-Chef Matthias Müller steht für eine behutsame Entwicklung der Marke in der Nische. - Bild: Porsche

“Ich würde gerne verlängern”, sagte Porsche-Chef Müller der AUTOMOBIL PRODUKTION. Ob es dazu kommt, hängt von der künftigen Ausrichtung ab. Konzernmutter VW drängt auf weiteres Volumenwachstum, Müller steht für die Entwicklung in der Nische.

Bei Porsche brummt das Geschäft. 2013 wurde mit 163?.000 Fahrzeugen verkauften Autos erneut ein Rekord eingefahren. Mit dem Macan gibt der Sportwagenhersteller bei den mittelgroßen SUV Gas. Dass auch in dem Segment der mit dem Cayenne beschrittene Erfolgsweg fortgesetzt wird, gilt bereits als sicher.

Die Marktexperten von PwC Autofacts prognostizieren für den Macan bis 2020 ein jährliches Produktionsvolumen von über 60?.000 Einheiten. Damit liegt der Sportwagenhersteller deutlich über dem von Porsche genannten Volumen von 50?.000 Fahrzeugen. Diese von Porsche offiziell genannte Zahl ist ohnehin nur ein theoretischer Wert und bezieht sich wohl auf die drei bislang bestätigten Modelle Macan Turbo, Macan S Benziner und Macan S Diesel.

APR 1/2 2014 Titel NL200

Diesen Beitrag und viele weitere Topbeiträge finden Sie ab 6. Februar in der AUTOMOBIL PRODUKTION Ausgabe 1/2 2014.

Weitere Modellvarianten in der Pipeline

Als sicher gilt bereits heute, dass diesem Trio weitere Modell-Varianten folgen werden. Konkret im Gespräch ist ein Einstiegsmodell mit einem modifizierten 2.0-Liter-TFSI Motor von Audi unter der Haube. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, ist die Produktionskapazität im Werk Leipzig für weitere Modelle bereit ausgelegt. Vor dem Hintergrund zeichnet sich klar ab, daß dank des kompakteren SUV die im Rahmen der VW-Konzernstrategie verordnete Absatzzahl von 200.000 Autos deutlich vor dem Jahr 2018 erreicht werden könnte.

Hinter den Kulissen knirscht es

Trotz des Erfolgs knirscht es hinter den Kulissen: Seitens der Konzernführung gibt es offenbar erheblichen Druck, dass sich Porsche über das Aufsetzen weiterer Modellreihen noch stärker Richtung Volumen bewegt. Porsche-Boss Matthias Müller steht dagegen für eine behutsame Entwicklung der Marke in der Nische. Von diesem Richtungsstreit wird letztlich abhängen, ob Müllers zum Jahresende 2014 auslaufender Vertrag verlängert wird.

Aus seinen Ambitionen macht der Porsche-Chef kein Geheimnis: “Ich würde gerne verlängern”, sagte er am Rande der Autoshow in Detroit. Von Porsche selbst gab es keine Stellungnahme zur Spitzenpersonalie Müller.

Alle Beiträge zu den Stichworten Porsche Volkswagen

Frank Volk