Matthias Müller, derzeit noch Generalbevollmächtigter, Leiter Produkte, beim Volkswagen-Konzern,

Matthias Müller, derzeit noch Generalbevollmächtigter, Leiter Produkte, beim Volkswagen-Konzern, könnte laut Informationen des Handelsblatts als Nachfolger von Michael Macht noch im Sommer 2010 neuer Porsche-Chef werden. - Bild: VW

Der Diplom-Informatiker, geboren 1953 in Chemnitz, gilt als enger Vertrauter von VW-Chef Martin Winterkorn. Nachdem er bei Audi Karriere gemacht hatte, holte Winterkorn ihn zu VW. Dort ist er derzeit als Generalbevollmächtigter, Leiter Produkte, für die Produktplanung und das Management der Modellreihen im Konzern tätig. Hier hat Müller in der Vergangenheit eng mit Porsche zusammengearbeitet, weshalb er in Stuttgart kein Unbekannter ist. Er gelte als sachlich, nüchtern, vernünftig, habe einen guten Ruf bei jenen, die mit ihm zusammengearbeitet hätten, heißt es bei Porsche.

Müller soll nach den VW-Plänen Michael Macht ablösen, der vor einem Jahr die Nachfolge von Wendelin Wiedeking als Chef des Sportwagenherstellers übernommen hat.

Macht, der als ausgezeichneter Produktionsexperte gilt, wird im VW-Konzern zum Produktionsvorstand als Nachfolger von Jochem Heizmann befördert, beruft sich das Handelsblatt auf einen Bericht der F.A.Z. vom 22. Juni.

Der Wechsel an der Spitze von Porsche ist Teil einer größer angelegten Personal-Rochade im Volkswagen-Konzern, weshalb noch nicht ganz sicher ist, wann die Personalien letztendlich offiziell verkündet werden. Kommentiert werden die sich verdichtenden Informationen laut Zeitung weder von Porsche noch von VW, offenbar vor allem, weil die Besetzung einiger Positionen noch nicht endgültig geklärt sei. Wahrscheinlich werden die Personalentscheidungen schon vor der Sommerpause gefällt, die bei VW am 5. Juli beginnt, während bei Porsche traditionell Anfang August Betriebsruhe herrscht. Bis dahin wird auch klar sein, ob bei Porsche auch die Position des Entwicklungsvorstands neu besetzt wird.

Chefentwickler Wolfgang Dürheimer soll nach dem Willen der VW-Spitze Bentley-Chef werden. Die Führung von Bentley und Bugatti liegt bisher beim früheren Audi-Chef Franz-Josef Paefgen, 64, der dem Vernehmen nach in den Ruhestand wechseln soll. Bentley sei „Augapfel von VW-Aufsichtsratschef Piëch“, heißt es in Wolfsburg – weshalb der Wechsel Dürheimers von Porsche zu Bentley keinesfalls als Abstieg gewertet werden dürfe. Dürheimer dürfte die Aufmerksamkeit des technikverliebten Ferdinand Piëch spätestens auf sich gezogen haben, seit er die Entwicklung eines Supersportwagens 918 Spyder mit Hybridantrieb vorangetrieben hat, während noch die weit verbreitete Ansicht herrschte, Porsche sei in seiner Entwicklungsabteilung wenig innovativ.

Für VW-Chef Winterkorn böte laut Handelsblatt-Bericht der Wechsel an der Spitze der Porsche-Entwicklung die Chance, einen weiteren seiner Vertrauten aus Audi-Zeiten in einer entscheidenden Position bei Porsche zu plazieren: Wolfgang Hatz. Im Entwicklungszentrum Weissach hat der heute 51 Jahre alte Hatz schon einmal gearbeitet, bevor er über Stationen bei Opel und Ferrari zu Audi kam.