Die Felgen eines blauen Porsche Taycan.

An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group hält Porsche 83,75 Prozent der Anteile. Bild: Porsche

Porsche wird künftig Hochleistungsbatteriezellen in Deutschland herstellen. Der Sportwagenhersteller gründete hierfür ein Joint Venture mit der Fraunhofer-Ausgründung Customcells aus Itzehoe in Schleswig-Holstein. Er wird 83,75 Prozent der Anteile halten. Die neue Cellforce Group ist in Tübingen ansässig und soll bis 2025 auf bis zu 80 Mitarbeiter anwachsen. Die Universitätsstadt befindet sich zudem in der engeren Auswahl für den Standort der Batteriefabrik, die in räumlicher Nähe zum Entwicklungszentrum Weissach und dem Porsche-Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen angesiedelt werden soll.

„Die Batteriezelle ist der Brennraum der Zukunft. Als neue Porsche Tochtergesellschaft wird die Cellforce Group die Forschung, Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Hochleistungszellen maßgeblich vorantreiben“, sagt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Porsche. Der Autobauer investiert hierfür eine hohe zweistellige Millionensumme. Bund und Land fördern das Vorhaben mit rund 60 Millionen Euro. Die Fertigung starte laut dpa im Jahr 2024. „Die geplante Produktionsanlage soll eine Kapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr erreichen. Das entspricht Hochleistungs-Batteriezellen für 1.000 Fahrzeuge“, so Torge Thönnessen, CEO Customcells.

Porsche vereinbart Partnerschaft mit BASF

Die Chemie der neuen Hochleistungszellen setzt auf Silizium als Anoden-Material. Damit sei es Porsche zufolge möglich, die Energiedichte gegenüber aktuellen Serienbatterien erheblich zu steigern. Die Batterie könne bei gleichem Energieinhalt kompakter ausfallen und weise einen geringeren Innenwiderstand auf. Dadurch könne sie mehr Energie bei der Rekuperation aufnehmen und sei beim Schnellladen zugleich leistungsfähiger sowie generell temperaturbeständiger. Als Zellentwicklungspartner für die nächste Generation der Lithium-Ionen-Batterie wurde BASF gewonnen. Im Rahmen der Zusammenarbeit stellt das Unternehmen exklusiv hochenergetische HEDTM NCM-Kathodenmaterialien für Hochleistungszellen zur Verfügung.

„Wir freuen uns, mit Porsche und der Cellforce Group bei der Entwicklung zukünftiger Hochleistungsbatterien für Elektrofahrzeuge zusammenzuarbeiten und auf unser gemeinsames Ziel einer nachhaltigen Mobilität hinzuarbeiten“, so Markus Kamieth, Mitglied des BASF-Vorstands. Die Produktionsabfälle aus der zukünftigen Batteriefabrik werden in der BASF-Prototypanlage für Batterierecycling in Schwarzheide wiederverwertet. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan sollen in einem hydrometallurgischen Prozess recycelt und wieder in den Produktionsprozess für Kathodenmaterialien eingebracht werden.

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