Matthias Müller breit

Matthias Müller: Porsche will bis 2018 mindestens 200.000 Autos verkaufen, statt vier künftig sieben Modellreihen bauen und die Beschäftigung um 50 Prozent erhöhen. - Bild: Porsche

“Priorität haben Markenstärke und Produkterlebnis, gefolgt von der Profitabilität. Mit der Strategie verpflichten wir uns zur Qualität des Produktes und werthaltigem Besitz auf Seiten unserer Kunden. Abgerundet wird sie durch unser Volumenziel”, sagte Porsche-Vorstandschef Matthias Müller dem “Handelsblatt” (Donnerstagsausgabe).

Expansion wird viel Geld kosten

Dabei will Müller unbedingt profitabel wachsen. “Wir werden kein Volumen erkaufen. Ziel ist eine Umsatzrendite von 15 Prozent und eine Kapitalrendite von 21 Prozent”, so der Porsche-Chef. Die Expansion lässt sich das Unternehmen viel Geld kosten. “Wir werden die Investitionen und das Budget für Forschung und Entwicklung um etwa 50 Prozent aufstocken”, sagte Müller.

Neue Modelle in Planung

Porsche wolle bis 2018 mindestens 200.000 Autos verkaufen, statt vier künftig sieben Modellreihen bauen und die Beschäftigung um 50 Prozent erhöhen. Derzeit beschäftigt der Autobauer rund 13.000 Mitarbeiter. Den Absatz soll ein in Leipzig gebauter kompakter Ableger des Geländewagen Cayenne treiben, Cajun genannt. “Dieses Auto wird 2013 auf den Markt kommen”, sagte Müller. Der Cajun stehe für eine Stückzahl von 50.000 Einheiten.

Weitere neue Porsche-Modelle sind in Planung. Müller: “Im Porsche-Museum steht der 550 Spyder, der erste reinrassige Rennsportwagen von Porsche. Der gefällt mir und ich kann mir gut vorstellen, das wir unsere Kundschaft mit einer modernen Variante des berühmten James-Dean-Porsche überraschen.”

Am heutigen Donnerstag stellt der Manager den Wachstumsplan Porsches Mitarbeitern in der Zentrale in Zuffenhausen vor. “Jedes Unternehmen braucht eine Messlatte und ein Ziel. Das ist besonders wichtig für die Mitarbeiter, sonst schafft sich jeder seine eigene Welt. Und es ist wichtig angesichts der vielen neuen Mitarbeiter, die wir in den nächsten Jahren einstellen werden”, sagte Porsches Vorstandschef dem “Handelsblatt”.

Matthias Müller

Matthias Müller: "Jedes Unternehmen braucht eine Messlatte und ein Ziel." - Bild: Porsche

Neue Strategie nicht ohne Risiko

Das Risiko ist nicht unerheblich: Setzt Porsche die geplante Strategie der sieben Baureihen um, wird kaum noch ein Drittel der Fahrzeuge reinrassige Sportwagen sein. Zentrale Bedeutung hat deshalb die Pflege der Markenikone 911, deren Neuauflage Müller bei der Internationalen Automobilausstellung IAA im September in Frankfurt vorstellen wird.

Um das sportliche Image des 911ers nachzuschärfen, wird Porsche ab 2014 nach jahrelanger Abstinenz wieder beim 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans starten. Den Porsche-Technikern muss es gelingen, einen Motor zu entwickeln, der 24 Stunden durchhält. Und dem Management muss es glücken, einen Fahrer zu finden, der vorne mitfährt. Sonst wird aus dem geplanten Imagegewinn schnell ein Reputationsschaden. “Wir haben ehrgeizige Pläne”, sagt Müller. “Jetzt müssen wir beweisen, dass wir es wirklich ernst meinen.”

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Dow Jones Newswires/kru