Wachstumstreiber S-Klasse: Kabelbaumverlegung im Werk. - Bild: Daimler

Wachstumstreiber S-Klasse: Kabelbaumverlegung im Werk. - Bild: Daimler

BMW verkaufte im ersten Halbjahr 2010 global 585.755 Fahrzeuge seiner Kernmarke, das sind 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit lagen die Münchner vor Daimler: Mit 556.700 ausgelieferten Mercedes-Benz-Pkw erzielten die Stuttgarter ein Plus 15 Prozent. Audi als Dritter im Bunde erzielte mit 554.950 Wagen ein Wachstum von 19 Prozent. Für Mercedes etwa ist es der Juni 2010 der achte Monat in Folge, in dem die Verkaufszuwächse im zweistelligen Prozentbereich lagen.

Die Münchener haben als Gruppe im ersten Halbjahr insgesamt 696.026 (Vorjahreszeitraum:. 615.454) Automobile der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausgeliefert, dies ist immerhin noch ein Plus von 13,1 Prozent. Mercedes Benz Cars, also inklusive Smart, kam mit 607.400 verkauften Einheiten auch auf ein niedrigeres Plus von 11,6 Prozent. Während BMWs Tochtermarke Mini aber im ersten Halbjahr immerhin auf ein unterdurchschnittliches Plus von 7,6 Prozent bei 109.301 verkauften Einheiten zurückblicken kann, verzeichnete Mercedes-Tochter Smart jedoch mit 50.700 Einheiten einen deutlichen Rückgang von 17,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

“Die Automobilmärkte erholen sich teilweise deutlich schneller als angenommen. Mit einem Absatzzuwachs von 13,1 Prozent blicken wir auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Wir sind damit weiterhin der weltweit führende Premiumhersteller.”, erklärte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson . Peter Schwarzenbauer, Vertriebschef von Audi, äußerte sich ähnlich: “Das erste Halbjahr ist vor allem in den europäischen Märkten und den USA deutlich besser gelaufen, als wir erwartet hatten. Und das Fazit von Dr. Joachim Schmidt, Vertriebschef bei Mercedes-Benz Cars, lautete: “Das erste Halbjahr haben wir mit einem Zuwachs von 15 Prozent sehr erfolgreich gemeistert ? unser Absatz lag in allen Regionen über Vorjahr, Wachstumstreiber waren insbesondere die E- und S-Klasse.”

Premium leidet in Deutschland 2010 deutlich weniger

Weniger Absatz zuhause, mehr weltweit: Audi-Montage-Abnahme in Indien. - Bild: Audi

Einziger Wermutstropfen ist der deutsche Markt. Der ist im Vergleich zum Vorjahr, als die Abwrackprämie die Autokäufer in die Verkaufsräume zog, kräftig geschrumpft. Das KBA meldete für die ersten sechs Monate einen Neuzulassungsrückgang bei Pkw von fast 29 Prozent auf 1,47 Millionen Fahrzeuge.

Davon waren die Premiumanbieter deutlich weniger bis gar nicht betroffen: Mercedes verzeichnete zuhause in den ersten sechs Monaten 2010 mit 136.567 Autos und nochmals 14.168 Smart mehr Neuzulassungen als BMW/Mini mit 135.367 Einheiten. Audi lag bei 109.483 Neuzulassungen. Gemeinsam kommen alle drei Anbieter im ersten Halbjahr auf einen Marktanteil von genau 27 Prozent (Mercedes: 9,3, Smart 1,0, BMW/Mini 9,2, Audi 7,5 Prozent). Ein Jahr zuvor waren es krisenbedingt gemeinsam nur 20,7 Prozent gewesen, obwohl nach den ersten sechs Monaten 2009 sowohl Audi als auch Smart damals sogar ein leichtes Plus hielten.

Bei Mercedes und Audi sackten in den ersten sechs Monaten 2010 die Absatzzahlen im Heimatmarkt damit zwar um 6,5 beziehungsweise fünf Prozent ab. Die Marke BMW konnte aber ein Plus von einem Prozent verbuchen. Allerdings wurden in diesem Zeitraum 15 Prozent weniger Mini aus dem Hause BMW neu zugelassen, wohingegen Daimlers Smart, in vielen Regionen der Welt sonst ein Ladenhüter, zumindest in Deutschland einen leichten Zuwachs von einem Prozent verzeichnen konnte.

Zuwächse in den USA prozentual teils zweistellig

Das Geschäft in den USA, das in der Krise lange brach gelegen hatte, zog im ersten Halbjahr überraschend stark an. Alle drei Marken fuhren kräftige Zuwächse ein.

Audi-Vertriebschef Schwarzenbauer bekräftigte, sein Unternehmen werde in diesem Jahr zum ersten Mal mehr als 100.000 Fahrzeuge in dem weltweit zweitgrößten Automarkt verkaufen, in den ersten sechs Monaten waren es mit 48.440 Einheiten genau 28 Prozent über Vorjahreszeitraum. Der BMW-Konzern, der in den USA vor der Konkurrenz liegt, lieferte schon in den ersten sechs Monaten gut 100.600 Wagen seiner Kernmarke dort aus, plus 7,6 Prozent, zusammen mit Mini waren es 121.585 Autos oder ein Wachstum von 6,2 Prozent. Mercedes-Benz kam auf 103.675 Einheiten, ein Plus von 21,8 Prozent, inklusive Smart und Sprinter sogar auf110.316 verkaufte Fahrzeuge (plus 17,8 Prozent).

Auch in China gut in Fahrt

Absatz im ersten Halbjahr 2010 in China verdoppelt: BMW fertigt lokal. - Bild: BMW

In China waren die Limousinen deutscher Premiumhersteller 2010 weiter sehr gefragt. BMW und Mercedes verdoppelten ihre Verkaufszahlen auf  75.615 respektive 60.500 Einheiten. Audi, unter den drei Wettbewerbern mit Abstand führend auf dem weltgrößten Automarkt China, legte beim Absatz um 64 Prozent auf fast 110.000 Einheiten zu.

Prognosen für 2010 positiv

Für das Gesamtjahr wächst bei den Herstellern der Optimismus: Audi bekräftigte, wieder die Millionenmarke beim Absatz zu überspringen, was bisher nur im Rekordjahr 2008 gelungen war. Wieviel mehr die Ingolstädter schaffen wollen, lassen sie noch offen. BMW will erst Anfang August verraten, welchen Zuwachs sich die Münchner zutrauen, spricht aber bereits von einem weiteren Aufwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte. Mercedes-Vertriebs-Chef Schmidt kündigte bereits an, zumindest auch das dritte Quartal mit einem deutlichen Plus fortsetzen zu wollen.