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Nokia will seinen Kartendienst Here nur verkaufen, wenn der Preis den Vorstellungen des Kommunikationskonzerns entspricht. Bild: Here

Nokia habe noch keine Entscheidung darüber getroffen, an wen die vor allem in Berlin beheimatete Karten-Sparte gehen solle, schrieb die Financial Times am Donnerstag (9. Juli). Die Autohersteller lägen in dem Rennen vorn, hieß es wie schon zuvor beim Finanzdienst Bloomberg.

Die Verhandlungen zwischen Nokia und den deutschen Autobauern sind aber zur Zeit schwierig, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider meldet. Aktuell gehe es um den Preis und andere Einzelheiten.

Einer der Insider sagte laut der Nachrichtenagentur, die Autobauer stünden in den Verhandlungen nicht mehr so stark unter Druck, weil es Anzeichen gebe, dass andere Interessenten wie der Fahrdienst Uber aus dem Bieterkampf ausgestiegen seien. Die deutschen Unternehmen hätten zudem einen gewissen Spielraum, weil sie das Angebot bereits nutzen. Würden sie in Zukunft darauf verzichten und ein konkurrierendes Angebot wie von TomTom nutzen, wäre Here für andere Käufer weniger attraktiv.

Nokia hatte stets betont, dass Here nur verkauft werde, wenn der Preis die Vorstellungen des Konzern erreiche. Bankenkreisen zufolge könnte Here für bis zu 3,5 Milliarden Euro den Besitzer wechseln, schrieb die Zeitung. Inzwischen liege die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs bei über 90 Prozent, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Zugleich habe Nokia auch darüber gesprochen, eine kleine Beteiligung an dem Kartendienst zu behalten.

Bei Here bietet sich der Branche die seltene Gelegenheit, einen komplett ausgebauten weltweiten Kartendienst übernehmen zu können. Nokia zielte mit dem Dienst speziell auf das Geschäft mit der Autobranche und wollte ein führender Anbieter hochpräziser Karten für selbstfahrende Fahrzeuge werden. Here hat nach Einschätzung von Experten das am weitesten entwickelte Angebot.

Die Autobauer wollen eine Abhängigkeit von anderen Karten-Anbietern wie Google vermeiden. Nokia will sich auf das Kerngeschäft als Ausrüster von Telekom-Netzwerken mit der Übernahme des Rivalen Alcatel-Lucentkonzentrieren.

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dpa-AFX/ks