Automobilzulieferer_ES-Automobilguss_VW

Prevent-Tochter ES Automobilguss verliert offenbar die Aufträge von VW. Nun herrscht Rätselraten ob das die Quittung für den spektakulären Lieferstreik aus dem Jahr 2016 ist. Bild: ES Automobilguss

Es war ein beispielloser Machtkampf den sich die kraotisch-deutsche Zulieferergruppe Prevent und der VW-Konzern im Spätsommer 2016 lieferten und der über die Tochtergesellschaft Car Trim und ES Automobilguss augetragen wurde. Anlass sooll damals ein geplatzes Projekt für die Lieferung von Sitzbezügen durch Car Trim gewesen sein.  In der Folge stellte sowohl die Prevent-Tochter für Sitzbezüge die Belieferung des Wolfsburger Konzerns ein wie auch ES Automobilguss. 

Durch nicht gelieferte Komponenten wurde die Produktion in mehreren VW-Werken empfindlich gestört und teilweise komplett lahm gelegt. Der Schaden durch die Streikaktion der Lieferanten bezifferten Experten auf 20 bis 100 Millionen Euro.

Nun kassiert die in Schönheide angesiedelte ES Automobilguss möglicherweise die späte Quittung für den Machtpoker: wie die Freie Presse unter Berufung auf Belegschaft und Gewerkschaftskreise berichtet, wurden die etwa 300 Mitarbeiter informiert, dass VW die Lieferbeziehung gestoppt habe. Die Geschäftsführung des Unternehmens habe bei der zuständigen Agentur für Arbeit bereits Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt. Eine Stellungnahme von Prevent liegt nicht vor.

Die VW-Gruppe ist bislang größter Kunde auf das für die Fertigung von Getriebeteilen spezialisierte Unternehmen, das einer der größten Arbeitgeber in der strukturschwachen Region ist. 

Der Rückzug von VW muss nicht zwingend in Zusammenhang mit dem einstigen Machtkampf stehen. bekannt war schon 2016, dass die aktuellen Lieferverträge Ende 2018 auslaufen. AUTOMOBIL PRODUKTION hat VW zu den Vorgängen angefragt, eine Antwort steht noch aus.   

Prevent derzeit mit Daimler vor dem Kadi 

Die Prevent Gruppe gilt als streitbarer Geschäftspartner und fechtet gerade mit Daimler am Landgericht eine Entscheidung aus. Seit vergangener Woche wird in Stuttgart die Schadenersatzklage des Zulieferers. Der Streitwert liegt bei rund 40 Millionen Euro. Gegenstand der Klage ist ein Abnahmestopp des Herstellers von 2014.  Das Gericht strebt eine gütliche Einigung an.