Wissmann betonte: ?Bei TTIP geht es nicht darum, Sozial-, Produkt- oder Umweltstandards

Wissmann betonte: ?Bei TTIP geht es nicht darum, Sozial-, Produkt- oder Umweltstandards aufzuweichen, sondern Doppelregulierungen und Bürokratie abzubauen. Die USA und die EU haben häufig gleich hohe Standards, die sie allerdings auf jeweils unterschiedliche Weise erreichen.? Bild: VDA

„Durch unterschiedliche Standards auf beiden Seiten des Atlantiks entstehen bürokratischer Aufwand und hohe Verwaltungskosten. Diese können sich kleinere Betriebe meist nicht leisten. Sie verfügen oftmals nicht über die notwendigen Spezialisten und Fachabteilungen für knifflige Zulassungsfragen. Werden diese Hemmnisse aber beseitigt, öffnet sich der transatlantische Markt auch diesen Betrieben. Sie können in den USA wesentlich leichter ihre Produkte anbieten. Das bringt Umsatz und neue Jobs“, so Wissmann.

So rechne das ifo-Institut damit, dass in Deutschland und in der EU das Pro-Kopf-Einkommen um rund 5 Prozent wachsen werde, wenn Zölle abgeschafft und Standards angeglichen werden. Insgesamt könnten gut 2,4 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, davon über 1 Million in der EU.

Die Chancen, die TTIP biete, sollten auch deshalb genutzt werden, weil sich bereits in den vergangenen Jahren die Struktur des Welt-Automobilmarktes erheblich verändert habe. Insgesamt werde der Pkw-Weltmarkt 2014 voraussichtlich um 2 Prozent auf 74,5 Mio. Neuwagen zulegen. Der chinesische Pkw-Markt werde auf 17,4 Mio. Einheiten steigen und sich damit gegenüber 2009 mehr als verdoppeln, während der Anteil Europas von 25 (2009) auf 16 Prozent (2014) zurückgehe.

Die deutschen Pkw-Hersteller haben 2013 knapp 3,5 Mio. Fahrzeuge in China produziert. Wissmann betonte: „Auch viele deutsche Zulieferer ziehen mit. Sie beschäftigen in China heute mehr als 70.000 Mitarbeiter und setzen jährlich mehr als 10 Mrd. Euro um. Die großen Zulieferer sind längst auf den wichtigen Wachstumsmärkten weltweit präsent: Insgesamt gehen wir von nahezu 2.000 internationalen Standorten aus.“

Obwohl die angespannten Märkte in Europa und der Druck zur Internationalisierung für weiter wachsenden Wettbewerb gerade bei mittelständischen Zulieferern sorgen, „haben die deutschen Zulieferer in diesem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld im Jahr 2013 ihre heimischen Standorte behauptet. Mit 291.000 Beschäftigten im Zuliefersektor lag der Wert auf Vorjahresniveau“, unterstrich Wissmann. Doch sei diese starke Position der Unternehmen keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse jeden Tag neu erarbeitet werden.

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VDA/Marina Reindl