Das ist das Ergebnis einer Prognose des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Demnach steigen 2016 und in den Folgejahren die Belastungen für Abgasreinigungen und Investitionen in die Elektromobilität. “Ein erster Schritt in die neue Ära der neuen Abgasreinigungssysteme erfolgt zum 1. Januar 2016 in Europa”, erklärt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Center. Denn ab diesem Tag beginnt die Umsetzung, der in einer EU-Richtlinie vorgeschriebenen Real Driving Emissions (RDE).

Die RDE-Tests sehen vor, dass der Stickoxid-Ausstoß auf der Straße dauerhaft nur um die Hälfte über den im Labor gemessenen Werten liegen darf. In einer Übergangsphase ab 1.1.2018 bis 1.1.2020 darf die Abweichung das 2,1-fache des Labortests betragen. Dudenhöffer warnt: “Dies ist für alle Autobauer eine sehr große Herausforderung, denn heute weichen selbst Euro 6 Diesel erheblich davon ab.”

Deshalb müsse die Branche in den nächsten Jahren Milliardenbeträge in die Abgasreinigung des Diesels stecken. Besonders betroffen: Die deutschen Premiumhersteller, denn bei ihnen ist der Dieselanteil bei den Neuwagen besonders hoch. Selbst bei Porsche – einst ein reinrassiger Sportwagenhersteller – sind mittlerweile 39 Prozent aller Neuwagen in Deutschland mit einem Dieselmotor ausgestattet. “Die bisher guten Gewinne der deutschen Premiumhersteller werden damit in den nächsten Jahren durch zusätzliche Investitionen in die Abgasreinigung beim Diesel-Antrieb belastet”, fasst Studienleiter Dudenhöffer zusammen. Mit den strengeren Anforderungen werden Diesel-Autos gegenüber anderen Antrieben teurer. Diesel in Kleinwagen lohnen kaum mehr.

Damit wird der bisherige Wettbewerbsvorteil de Premiumhersteller beim Diesel in den nächsten Jahren zur Belastung. Anderen OEMs scheinen besser für die sich ändernde Zukunft aufgestellt. So wird diese Entwicklung laut CAR-Center-Prognose die japanischen und koreanischen OEMs weniger hart treffen.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Autobauer Diesel
gp