PSA Produktion Frankreich breit

PSA Peugeot Citroen soll Finanzverhandlungen mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng und dem französischen Staat aufnehmen. - Bild: kru

Das berichtet eine gut informierte Person.

Der angeschlagene französische Autobauer braucht das Geld, um überlebenswichtige Investitionen zu tätigen. Mit der geplanten Kapitalaufnahme würden künftig jedoch der chinesische Partner Dongfeng Motor sowie der französische Staat zu Hauptaktionären aufsteigen.

PSA soll Finanzverhandlungen mit Dongfeng und dem Staat aufnehmen

Fast fünf Stunden lang debattierten die Aufsichtsräte von Peugeot am Sonntag über die Finanzpläne. Am Ende beauftragten sie nach Angaben des Sachkenners den Peugeot-Vorstandschef Philippe Varin, offizielle Finanzverhandlungen mit Dongfeng und der französischen Regierung aufzunehmen.

Zur Diskussion steht ein Szenario, nach dem Dongfeng Motor und die französische Regierung zwischen einem Drittel und der Hälfte des von Peugeot benötigten Kapitals aufbringen würden, sagen mit den Gesprächen vertraute Personen.

Die Peugeot-Familie, die mit einem Anteil von 25,4 Prozent der größte Aktionär des Autoherstellers ist, wolle bei der geplanten Kapitalerhöhung frisch ausgegebene Aktien im Wert zwischen 80 Millionen und 120 Millionen Euro kaufen und so eine zu starke Verwässerung verhindern, sagen die informierten Personen.

Das Unternehmen würde den Rest der benötigten Summe dann über eine öffentliche Aktienausgabe eintreiben, heißt es.

In diesem Szenario sollen Dongfeng, die Familie Peugeot und der französische Staat am Ende jeweils einen gleich hohen Aktienanteil an Peugeot besitzen, fügten die Sachkenner hinzu.

Nach dem Beschluss vom Sonntag müssen sich Dongfeng, die französische Regierung und die Familie Peugeot nun auf den konkreten Umfang der Kapitalerhöhung einigen. Außerdem müssen sie festlegen, wieviel Dongfeng und der französische Staat investieren sollen, und wie groß das zu erwerbende Aktienpaket der Peugeot-Familie sein soll.

Einige Familienmitglieder, vor allem der Aufsichtsratsvorsitzende Thierry Peugeot, würden am liebsten auf die Beteiligung von Dongfeng und der französischen Regierung verzichten und die benötigten drei Milliarden Euro komplett über die Börse aufnehmen, sagen mit der Sache vertraute Personen.

Französische Regierung will PSA im Land halten

Aber viele Vorstände und Aufsichtsräte von Peugeot fürchten nach Auskunft der Insider, dass Anleger trotz der jüngsten Rally am Aktienmarkt nicht genügend Interesse an einer großen Aktienemission haben könnten – speziell bei einem Unternehmen wie Peugeot, das Quartal um Quartal weiter Geld verliert.

Ein Peugeot-Sprecher lehnte einen Kommentar zum möglichen Gesprächsinhalt bei der Aufsichtsratssitzung am Sonntag ab. Dongfeng war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar zu erreichen. Das Unternehmen hat grundsätzlich eingeräumt, an einer Finanzpartnerschaft mit Peugeot interessiert zu sein, allerdings ohne Details zu nennen. Beide Unternehmen arbeiten seit Jahren in der Produktion und im Vertrieb zusammen.

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte in einem Radiointerview am Sonntag, dass die Regierung alles in ihrer Macht stehende tun werde, damit Peugeot in Frankreich verwurzelt bleibe.

Vergangene Woche hatte der französische Präsident François Hollande angekündigt, die französische Regierung hätte genug Geld, um sich an Peugeot zu beteiligen, sollte der Konzern um Hilfe bitten. “Wenn wir zu Rate gezogen werden, werden wir handeln”, hatte Hollande gesagt.

Alle Beiträge zu den Stichworten PSA Peugeot Citroen Europa Frankreich

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke