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Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën hat 2009 einen noch höheren Verlust geschrieben als befürchtet. Für das erste Halbjahr 2010 haben die Franzosen aber operativ die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt. PSA berichtete wegen der weltweit schwachen Nachfrage einen Nettoverlust von 1,16 Milliarden Euro.

Die Finanzergebnisse von PSA Peugeot Citroën im Geschäftsjahr 2009 spiegeln laut Angaben des Unternehmens den Einfluss der Wirtschaftskrise wider: Der Umsatz der Franzosen schrumpfte um 10,9 Prozent auf 48,417 Milliarden Euro und der Verlust aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 689 Millionen Euro.

Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën hat 2009 einen noch höheren Verlust geschrieben als befürchtet. Für das erste Halbjahr 2010 haben die Franzosen aber operativ die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt. PSA berichtete wegen der weltweit schwachen Nachfrage einen Nettoverlust von 1,16 Milliarden Euro.

Die roten Zahlen fielen damit deutlich größer als im Vorjahr mit minus 363 Millionen Euro und auch höher als von einigen Analysten ohnehin erwartet. Die Experten hatten nur mit minus 890 Millionen Euro gerechnet. Der Analyst Stuart Pearson von Credit Suisse zeigte sich auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires denn auch enttäuscht von dem PSA-Ergebnis.

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Das Geschäftsjahr 2009 wurde laut Konzernangaben von einer kontrastreichen Entwicklung geprägt. Im 2. Halbjahr konnte PSA Peugeot Citroën infolge der Verschrottungsprämien in einigen Ländern und aufgrund der Produktdynamik seinen Marktanteil ausbauen und nach einem Verlust im 1. Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte ein operatives Ergebnis von 137 Millionen Euro erwirtschaften. Im 2. Halbjahr war die Automobilsparte in der Lage, den operativen Verlust merklich zu reduzieren. Philippe Varin, Vorsitzender des Vorstands von PSA Peugeot Citroën, erklärte: “Die Finanzergebnisse 2009 spiegeln nicht nur die Verbesserung unserer Leistung im 2. Halbjahr, sondern auch die tiefe Krise der Automobilindustrie wider. Durch das straffe Cash-Management und den gezielten Lagerabbau konnten wir unsere Schulden deutlich reduzieren, unsere Finanzlage verbessern und eine ausreichende Versorgung mit liquiden Mitteln sicherstellen.”

Auch die PSA-Zuliefertochter Faurecia verbuchte dank des Sanierungsplans ein positives operatives Ergebnis. Logistiktochter Gefco steigerte die Umsatzrendite, während die Banque PSA Finance ihre erfreulichen Ergebnisse bestätigte.

Während der Markt insgesamt um 3,1 Prozent  zurückging, sanken die weltweiten PSA-Auslieferungen um 2,2 Prozent auf 3,188 Millionen Einheiten (wie AUTOMOBIL PRODUKTION bereits berichtete).

PSA: Die Autosparte 2009 in Zahlen

psa-2009-autosparte-zahlenZudem gelang es Peugeot-Citroen, einen positiven freien Cashflow von 809 Millionen Euro zu erwirtschaften und die Nettoverschuldung um 913 Millionen Euro auf 1,99 Milliarden Euro zu reduzieren. Dies schaffte PSA vor allem durch eine Reduzierung des Lagerbestands an fertigen Fahrzeugen um 30 Prozent auf 440.000 Autos. Das Kerngeschäft Automobile habe im zweiten Halbjahr mit einem operativen Verlust von 353 Millionen Euro deutlich höhere rote Zahlen geschrieben als zuvor bereits befürchtet. Angekündigt hatte Peugeot Citroën im November noch, auf operativer Ebene ein ausgeglichenes Ergebnis für das zweite Halbjahr zu erreichen.

PSA-Ausblick

Der französische Autobauer mit den Marken Peugeot und Citroën zeichnete für die Automobilmärkte ein düsteres Bild: In Europa werde der Absatz 2010 wegen der auslaufenden Abwrackprämien branchenweit um rund neun Prozent schrumpfen, erklärte PSA-Chef Varin. Der Konzern will aber dank neuer Modelle besser abschneiden als der Durchschnitt der Hersteller und den eigenen Marktanteil steigern.

Anders als in Europa sieht das Unternehmen in China weiterhin stark zulegende Absatzzahlen, auch Lateinamerika soll wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Mithilfe der Beiträge der Zuliefertochter Faurecia und der robusten Entwicklungen bei der Logistiktochter Gefco und der Finanzsparte soll das operative Konzernergebnis im ersten Halbjahr auf bereinigter Basis positiv ausfallen, kündigte PSA an. Für das zweite Halbjahr blieb das Unternehmen jedoch einen Ausblick schuldig.

PSA hatte bereits im November einen Restrukturierungsplan angekündigt, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. In den Jahren 2010 bis 2012 soll das Ergebnis unter anderem durch Kostenreduzierungen und Steigerungen der Produktivität um 3,3 Milliarden Euro zulegen. Beiträge leisten sollen aber auch der Finanzarm des Konzerns Banque PSA, das Logistikgeschäft Gefco und der Zulieferer Faurecia, an dem der Pariser Konzern mit 57,4 Prozent beteiligt ist.

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