Opelschriftzug auf dem Gebäude in Rüsselsheim

Opel/Vauxhall wird Teil der PSA-Gruppe. Bild: Opel

Das europäische Bankgeschäft des US-Autokonzerns, der sich damit aus seinem defizitären Europageschäft zurückzieht, übernimmt Peugeot zusammen mit BNP Paribas für zusätzlich rund 0,9 Milliarden Euro. General Motors erhält laut eigener Mitteilung vom Montag (6. März) im Rahmen des Deals die Option auf eine Beteiligung von 4,2 Prozent an dem französischen Autohersteller.

Peugeot rückt mit dem Kauf der deutschen Traditionsmarke unter den europäischen Autoherstellern auf Platz zwei vor Renault vor. Die PSA-Gruppe kommt damit auf einen Marktanteil von 16 Prozent, die Nummer eins Volkswagen liegt bei 24 Prozent.

"Wir sind stolz darauf, mit Opel/Vauxhall zusammenzuarbeiten und sind zutiefst bestrebt, dieses großartige Unternehmen weiterzuentwickeln und seinen Turnaround zu beschleunigen", wird Peugeot-CEO Carlos Tavares in der Mitteilung zitiert. "Gleichzeitig respektieren wir die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist."

"Wir sind überzeugt, dass dieses neue Kapitel Opel und Vauxhall langfristig in eine noch stärkere Position bringen wird", erklärte GM-CEO Mary T. Barra.

Peugeot sieht erhebliche Synergien

Die beiden Autokonzerne verhandelten schon länger hinter den Kulissen über den Verkauf von Opel. Vergangenen Monat bestätigten die PSA-Gruppe und GM offiziell die Gespräche. Opel und PSA arbeiten bereits seit Jahren zusammen, unter anderem bei der Produktion verschiedener Modelle. Zudem besteht seit 2012 eine Einkaufskooperation.

PSA hatte sich bereits die Unterstützung der Opel-Arbeitnehmervertreter und der Politik gesichert. Die Franzosen hatten versichert, die geltenden Tarifverträge sowie die Beschäftigungs- und Standortgarantien bei Opel zu übernehmen. Somit sind zumindest bis Ende des kommenden Jahres keine betriebsbedingten Kündigungen möglich. Zudem will PSA die Eigenständigkeit von Opel im Konzernverbund erhalten.

Tavares bekräftigte am Montag, dass die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen sei, respektiert würden.

Gleichzeitig betonte Peugeot, dass der Deal "substanzielle Skaleneffekte und Synergien" in den Bereichen Einkauf, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung ermöglichen werde. Bis 2026 seien jährliche Synergien von 1,7 Milliarden Euro zu erwarten - ein wesentlicher Teil davon bis 2020. Die Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit soll Opel/Vauxhall bis 2020 auf 2 Prozent verbessern. 2026 soll die Rendite dann bei 6 Prozent liegen.