Audi-Produktion-China

Deutsche OEMs produzieren bereits 30 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. – Bild: Audi

Nur so könnten sie das Marktpotenzial voll ausschöpfen und von den Kostenvorteilen profitieren, erläutert Kuhnert und ergänzt: “Sicherlich wird der chinesische Staat jene Unternehmen gerne sehen, die weitere Teile ihrer Wertschöpfung für nachhaltiges Wachstum im Land aufbauen. Die Größe des Marktes rechtfertigt solche Überlegungen.”

Laut einer Analyse von Autofacts, dem Automotive Forecasting Center von der Unternehmensberatung PwC, erweitern allein die deutschen Hersteller ihre Produktion in der Volksrepublik innerhalb der nächsten Jahre um ein weiteres Drittel. Insgesamt verdoppelt sich die Zahl der in China hergestellten Fahrzeuge von 16,4 Millionen (2011) auf 31,2 Millionen im Jahr 2021. Die Deutschen produzieren bereits 30 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Die Kapazitätsauslastung liegt heute bei über 80 Prozent.

Absatzgrenze in Shanghai bald erreicht

Felix Kuhnert

Felix Kuhnert: “Die Automobilhersteller dürfen sich nicht nur auf die Errichtung von zusätzlichen Werken in China konzentrieren.” – Bild: PwC

Um auch in Zukunft auf dem extrem wettbewerbsintensiven chinesischen Absatzmarkt erfolgreich zu sein, müssen die Hersteller laut PwC ihre Strategie weiter anpassen. In den sogenannten Tier-1-Städten, zu denen Metropolen wie Peking oder Shanghai zählen, stößt der Absatz an seine Grenzen.

Aufgrund der Luftverschmutzung und des Verkehrsaufkommens sind zunehmend Verkaufsbeschränkungen möglich. Dabei werde sich die Nachfrage voraussichtlich zu höherwertigen Fahrzeugen des Premium- und Luxussegments verlagern. Daraus schließt PwC, dass sich die Produktion von SUVs deutscher Hersteller, die heute rund eine halben Million beträgt, bis 2021 auf über eine Million verdoppelt.

Für die Volumenhersteller hingegen sei das Potenzial in den Städten aus der zweiten und dritten Reihe (Tier 2 und 3) besonders hoch. Laut Autofacts-Analyse sind diese Städte in den letzten Jahren am stärksten gewachsen und trugen über 30 Prozent zum Gesamtwachstum des Marktes bei: “Sie werden in Zukunft der Haupttreiber des chinesischen Marktes sein. Gerade dort gibt es viele Erstkäufer mit Interesse an kleinen und kompakten Fahrzeugen, aber auch an Mittelklasse-Fahrzeugen”, so Kuhnert. Der Aufbau entsprechender Vertriebswege werde deshalb immer wichtiger.

Auch in den vergleichsweise weniger entwickelten Städte mit einem niedrigen Lebensstandard wachse ein großer Absatzmarkt für kostengünstige Fahrzeuge heran. Die deutschen Autobauer bauen laut der Unternehmensberatung ihre Produktionskapazitäten in der Volskrepublik weiter aus, um den steigenden Bedarf zu decken. So entstehen bis 2017 mindestens vier weitere Werke. Sie werden bis 2021 nach PwC-Berechnungen 30 Prozent ihrer Fahrzeuge in China fertigen ? 2011 waren es 20 Prozent.

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gp