Qoros Steinwascher breit

Qoros-Mastermind Volker Steinwascher hat sich in den Ruhestand verabschiedet, das ambitionierte Projekt zur Etablierung einer neuen Marke geht unter Phil Murtaugh weiter. Bild: Qoros

Nachdem die junge Marke beim Autoabsatz in China deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben war, hatte es Gerüchte gegeben, die großen Geldgeber Chery und eine israelische Finanzgruppe könnten das Interesse verlieren. Tatsächlich ist die Marke, die vor ziemlich genau einem Jahr mit dem Qoros 3 das erste Fahrzeug in China in den Verkauf brachte, deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben. Hatte man auch intern auf bis zu 50.000 verkaufte Einheiten im ersten Jahr gehofft, sind es tatsächlich nur 7.000 geworden.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Geldgeber den bisherigen Präsidenten Guo Qian aufgrund der schlechten Entwicklung abgelöst, Volker Steinwascher, Ex-VW-Manager und Mastermind hinter dem Aufbau der China-Marke mit globalem Qualitätsanspruch, wurde in Ruhestand geschickt. Murtaugh hat die Funktionen der beiden Manager in Personalunion übernommen.

Wie er bei der Vorstellung des dritten Qoros-Modells in Genf, dem Qoros 3 City SUV, sagte, stünden die Investoren weiter hinter dem Projekt. Es sei allen Beteiligten klar gewesen, dass sich beim Aufbau einer völlig neuen Marke der Erfolg nicht über Nacht einstellen werden. Volker Steinwascher, dem Murtaugh ausdrücklich dankte und der in Genf anwesend war, täumte ein, dass man auch selbst zu große Erwartungen auf einen schnellen Erfolg geschürt habe.

Wie Murtaug sagte, liege nun der absolute Fokus darauf, die Verkaufszahlen in China nach oben zu bringen. Gleichwohl halte man am langfristigen Ziel fest, die Marke global zu etablieren, auch in Europa. Dies werde auch durch den Auftritt in Genf unterstrichen. Einen Zeitpunkt für einen Markteintritt nannte der langjährige GM-Manager aber nicht – man ist vorsichtiger geworden bei den Chinese.

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Aus Genf berichtet Frank Volk