Audi

Die Staatsanwaltschaft München durchsucht Räume in der Audi-Zentrale in Ingolstadt. Bild: pixabay/Pexels

Ein Audi-Sprecher sagte, dass man mit den Behörden kooperiere, ohne weitere Angaben zu machen. Bei der Staatsanwaltschaft war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Büros der Konzernzentrale sowie an Standorten in Baden-Württemberg und Niedersachsen durchsucht werden. Insgesamt seien etwa 80 Staatsanwälte und Polizeibeamte im Einsatz. Der Anfangsverdacht richte sich derzeit nicht gegen einzelne Audi-Manager, die Ermittlungen liefen gegen Unbekannt.

Für den Mutterkonzern Volkswagen erreiche laut Zeitung der Abgasskandal damit eine neue Dimension. Seit September 2015 hat die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen VW erheblich zugesetzt. VW muss in den USA Schadenersatz und Strafen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar zahlen. Die Konzerntochter Audi war allerdings bisher weitgehend verschont geblieben, sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch in strafrechtlicher Hinsicht.

Die Durchsuchungen kommen zu einem für Audi ungünstigen Zeitpunkt. Um 10:00 Uhr startete am heutigen Mittwoch (15. März) die Jahrespressekonferenz des Unternehmens, bei der Auch-Chef Rupert Stadler auftreten wird.

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10:40 Uhr: Update von dpa

Mehr als 100 Polizeibeamte und Staatsanwälte haben am Mittwoch die Audi-Zentrale in Ingolstadt und das Audi-Werk Neckarsulm durchsucht. Die Aktionen der Staatsanwaltschaften München und Stuttgart stünden im Zusammenhang mit der "Diesel-Thematik", sagte Audi-Sprecher Toni Melfi zum Auftakt der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Ingolstadt. Audi-Chef Rupert Stadler ging in seiner Rede zunächst nicht darauf ein.

Audi hatte in den USA Dieselautos mit einer dort illegalen Software verkauft, die niedrigere Abgaswerte angibt. Schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die bayerische Justiz ein Prüfverfahren eingeleitet. Der Verdacht lautet auf unlauteren Wettbewerb und Betrug. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II war am Vormittag nicht erreichbar.

Der Diesel-Skandal hatte das Ergebnis der VW-Tochter im vergangenen Jahr mit 1,8 Milliarden Euro belastet. Stadler sagte: "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand." Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Aber sein Unternehmen tue alles, "dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert".

dpa