Piech Winterkorn McAllister

Angesichts des Rekordergebnisses im ersten Halbjahr 2011 dürfte bei Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn und David McAllister Freude aufkommen. - Bild: VW

Im ersten Halbjahr verkauften die Wolfsburger vor allem dank des anhaltenden Nachfragebooms in Schwellenländern wie China und Brasilien und des Aufwärtstrends in den USA so viele Autos wie niemals zuvor. Die Rekordverkäufe dürften auch die Finanzkennzahlen auf neue Bestwerte gehievt haben.

Der DAX-Konzern wird sich am Donnerstag in die Bücher für das erste Halbjahr schauen lassen. Insgesamt brachte VW zwischen Januar und Juni fast 4,1 Millionen Autos der neun Konzernmarken an die Kundschaft in aller Welt. Das entspricht einem Plus von gut 15 Prozent, womit Europas größter Automobilbauer deutlich besser abschnitt als die internationale Konkurrenz.

Acht Millionen Autos schon 2011

Auch wenn angesichts der starken Absatzentwicklung gute Zahlen für das zweite Quartal und somit das erste Halbjahr zu erwarten sind, rechnet der Markt am Donnerstag nicht mit einer konkreten Umsatz- und Gewinnprognose von VW. Und das, obwohl der gültige Ausblick eigentlich nur Makulatur ist. Denn bisher haben die Niedersachsen lediglich Anstiege bei Erlösen und operativem Ergebnis in Aussicht gestellt. Nach Einschätzung von Analysten dürfte VW bereits im ersten Halbjahr 61 Prozent bzw 86 Prozent der Werte aus dem Gesamtjahr 2010 von knapp 127 Milliarden Euro bzw 7,1 Milliarden Euro erreicht haben.

Auch wenn sie nicht mit konkreten Prognosen für 2011 rechnen, sehen die Analysten von UniCredit eine reelle Chance, dass das Volkswagen-Management bei Bekanntgabe der Halbjahreszahlen die Mittelfristziele hochschrauben könnte. Denn der anvisierte Absatz von acht Millionen Autos könnte bereits in diesem Jahr erreicht werden, wie Vorstandschef Martin Winterkorn unlängst in Aussicht stellte. Und das eigentlich mittelfristig angepeilte operative Renditeziel von fünf Prozent im Automobilgeschäft haben die Niedersachsen seit nunmehr einem Jahr in jedem Quartal locker erreicht oder sogar übersprungen. Aufgestockte Mittelfristprognosen wären nach Einschätzung von Analyst Christian Aust eine gute Möglichkeit, die Märkte von der Nachhaltigkeit der gegenwärtigen operativen Stärke zu überzeugen.

VW-Baustellen im Fokus

Neben den Zahlen und den Zielen dürften am Donnerstag Aussagen zu den anderen zahlreichen Baustellen der Wolfsburger im Fokus des Anlegerinteresses stehen. So zum Beispiel, wie es mit der geplanten Lkw-Allianz von Scania und MAN unter dem eigenen Konzerndach und der geplanten Verschmelzung mit Porsche weitergehen soll.

Auch die Causa Suzuki dürfte angesichts der neuen Verstimmungen zur Sprache kommen. Die Japaner, bei denen sich VW vor anderthalb Jahren mit knapp 20 Prozent eingekauft hatte, machten zuletzt medial ihrem Unmut über den in ihren Augen drohenden zu großen Einfluss des deutschen Partners Luft. VW-Chef Winterkorn hatte zuvor bereits mehrfach eingestanden, dass die Parteien mit der geplanten Zusammenarbeit aufgrund kultureller Unterschiede nur schwerlich vorankämen. VW wollte mit dem Einstieg vor allem von der Kleinwagen-Expertise von Suzuki profitieren und auf dem indischen Wachstumsmarkt Fuß fassen, den die Japaner beherrschen. Seither kursieren Spekulationen, VW wolle Suzuki schlucken, obwohl man in Wolfsburg bemüht ist, diese zu zerstreuen.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke