Carlos Ghosn und Dieter Zetsche

Renault-Chef Carlos Ghosn hält die Produktion von Fahrzeugen des Allianzpartners Nissan und sogar des deutschen Partners Daimler in französischen Renault-Werken für möglich. - Bild: Daimler

“Mit leichten Nutzfahrzeugen wie dem Mercedes Citan machen wir das ja schon. Das könnten wir auch ausweiten”, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Mittwoch). “Aber dafür müsste Renault seine Kosten und seine Qualität so anpassen, dass es für die Partner attraktiv wird.”

Renault ist an Nissan mit 43 Prozent beteiligt und entwickelt mit Daimler seit zwei Jahren gemeinsam neue Technik, Motoren und Modelle. Eine Mehrheitsübernahme von Nissan durch Renault schließt Ghosn vorerst aus: “Die volle Motivation bleibt nur erhalten, wenn man die kulturelle Basis zweier Marken nicht verwässert.”

Ghosn treibt Konzernsanierung voran

Renault verhandelt derzeit mit Gewerkschaften über die Sanierung des Konzerns und vor allem über Zugeständnisse der Mitarbeiter bei den Löhnen. In diesem Jahr sollten die Gewerkschaften auf Erhöhungen verzichten, 2014 und 2015 sollten die Löhne nur um 0,5 beziehungsweise 0,75 Prozent steigen. Den Konzernangaben zufolge machen die Löhne bei Renault 60 Prozent der Fixkosten aus.

Vor zwei Wochen hatte das Unternehmen angekündigt, bis Ende 2016 in Frankreich 7.500 Stellen zu streichen. Nach Gewerkschaftsangaben soll Renault-Chef Ghosn gedroht haben, zwei Werke in Frankreich zu schließen, wenn es keine Einigung mit den Beschäftigten gebe.

Fusion mit PSA kaum vorstellbar

An eine Fusion mit dem ebenfalls angeschlagenen französischen Konkurrenten Peugeot-Citroen glaubt Ghosn, der die Allianz aus Renault und dem japanischen Partner Nissan führt, indes nicht. “Das ist äußerst unwahrscheinlich”, sagte er.

Beide Konzerne leiden besonders unter dem schrumpfenden europäischen Automarkt und kämpfen mit teuren Überkapazitäten in ihren Werken. Peugeot hatte bereits angekündigt, eine Fabrik bei Paris zu schließen. In Indien plant Renault unterdessen die Einführung eines Billig-Kleinwagens, der in der südöstlichen Stadt Chennai produziert werden soll. Das Auto soll auch unter der Marke Renault verkauft werden.

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dpa/FAZ/Guido Kruschke