Renault-Firmenchef Carlos Ghosn kann sich wieder über Gewinne freuen. (Bild: Renault)

Renault-Firmenchef Carlos Ghosn kann sich wieder über Gewinne freuen. (Bild: Renault)

Der französische Automobilhersteller Renault ist auf operativer Ebene 2010 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das ursprüngliche Ziel für den freien Cashflow übertraf der Konzern nach Angaben vom Montag insbesondere dank der höher als erwarteten Nachfrage im Schlussquartal deutlich.

Der Umsatz stieg 2010 nach vorläufigen Zahlen um 16 Prozent auf 38,97 Milliarden Euro. Analysten hatten lediglich mit Erlösen von 37,46 Milliarden Euro gerechnet. Die operative Marge stieg auf 2,8 Prozent. Im Vorjahr hatte die Renault SA wegen der Nachfrageschwäche Verluste geschrieben, die operative Marge lag 2009 bei einem Minus von 1,2 Prozent.

2010 erreichte die Renault-Autosparte einen freien Cashflow von 1,67 Milliarden Euro, während das ursprüngliche Ziel lediglich bei 700 Millionen Euro gelegen hatte. Das deutliche Übertreffen dieser Prognose sei auch der Grund für die vorzeitige Veröffentlichung der Eckdaten gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die genauen Ergebnisse für das Gesamtjahr 2010 will Renault am 10. Februar vorlegen. Dann will CEO Carlos Ghosn auch die mittelfristige Strategie des Konzerns aus Boulogne-Billancourt präsentieren. Bereits zuvor sickerte durch, dass Renault der neuen Strategie zufolge bis 2013 jährlich drei Millionen Fahrzeuge verkaufen sowie eine operative Marge von fünf Prozent erreichen will. 2010 hatte Renault 2,6 Millionen Wagen verkauft

Per Ende 2010 lagen die Nettofinanzschulden der Autosparte bei rund 1,43 Milliarden Euro, wie Renault weiter mitteilte. Die Barmittelreserven betrugen 12,8 Milliarden Euro. Diese würden genutzt, um ein Darlehen des französischen Staats über zwei Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

Frankreich hatte Renault und dem Wettbewerber PSA Peugeot-Citroen während der Wirtschaftskrise Kredite über jeweils drei Milliarden Euro gewährt, um sie vor einer Liquiditätskrise zu bewahren. Davon haben die beiden Autokonzerne bereits jeweils eine Milliarde Euro zurückgezahlt.

Renault wies darauf hin, dass die in der kommenden Woche präsentierten Zahlen zum Nettoergebnis unter anderem auch die Ergebnisse der 44-prozentigen Beteiligung an Nissan enthalten werden. Zudem werde darin ein Gewinn von 2 Mrd EUR wegen des Verkaufs von B-Aktien des schwedischen Lkw-Herstellers Volvo enthalten sein. Analysten gehen davon aus, dass Nissan rund 1,25 Milliarden Euro zu Renaults Ergebnis für 2010 beitragen wird.

Vor der Bekanntgabe der Eckdaten am Montag hatten Analysten einen Nettogewinn von Renault von etwas über zwei Milliarden Euro prognostiziert. 2009 hatte Renault einen Verlust von 3,13 Milliarden Euro ausgewiesen.

Dow Jones Newswires