Renault-Nissan-Mitsubishi

Nissan und die japanische Regierung haben nach früheren Informationen der "Financial Times" kein Interesse an einem Zusammenschluss. Bild: Renault

Die Franzosen haben nach Informationen des japanischen TV-Senders TBS dem japanischen Konzern, der sich Medien zufolge bisher gegen eine Fusion stellt, jetzt ein offizielles Gebot unterbreitet.

In den vergangenen Wochen hatte es in Presseberichten immer wieder geheißen, dass Renault unter seiner neuen Führung bei seinen Fusionsbestrebungen nicht locker lässt. Nissan und die japanische Regierung haben aber nach früheren Informationen der "Financial Times" kein Interesse an einem Zusammenschluss.

Dem TBS-Bericht vom Montag zufolge schlug Renault in dem formellen Gebot einen Zusammenschluss in einer Holding mit gleichen Anteilen vor. Der TV-Sender beruft sich auf dabei auf nicht namentlich genannte Personen. Der Hauptsitz des fusionieren Unternehmens solle dabei weder in Frankreich noch Japan liegen. Damit sähe das formelle Gebot in etwa so aus, wie es unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg Ende April berichtet hatte.

Renault und Nissan sind bereits wechselseitig aneinander beteiligt. Zu der Allianz gehört auch der japanische Hersteller Mitsubishi Motors. Renault, an dem der französische Staat beteiligt ist, hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan 34 Prozent an Mitsubishi. Nissan ist zu 15 Prozent an Renault beteiligt, hat aber dabei keine Stimmrechte.

Renault und Nissan waren bis vor Kurzem auch an der Führungsspitze eng verknüpft. Der Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn war bei Renault an der Spitze des Verwaltungsrats und damit prägende Figur. Der gebürtige Brasilianer hatte 1999 den Einstieg des französischen Autoherstellers Renault bei Nissan gemanagt.

Ghosn wurde im vergangenen Herbst in Japan wegen eines angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Seine Posten bei den Autokonzernen musste er deswegen abgeben.